In einem echten Wettbewerb muss die Bahn wieder lernen, Fahrgäste nicht als Störfaktoren sondern als willkommene Kunden zu betrachten.
Nach dieser Woche kann niemand mehr behaupten - auch nicht die Deutsche Bahn - der Regionalverkehr im Freistaat laufe abgesehen von einigen kleineren Störungen reibungslos. Die Mails und Briefe, die unsere Redaktion vor allem von den Pendlern aus Südbayern erhalten hat, sprechen eine andere Sprache.
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Und es waren beileibe nicht nur die üblichen Nörgler und Kritikaster, die sich zu Wort gemeldet haben. Nein, es waren Menschen, die teils seit vielen Jahren auf die tägliche Fahrt mit der Bahn zwingend angewiesen sind. Menschen, die also den Betrieb kennen, die durchaus Verständnis für unvorhersehbare Ereignisse und auch mal kleinere Störungen haben. Das ist normal.
Nicht normal aber ist, dass Fahrpläne nur noch eine unverbindliche Richtschnur sind, dass die Informationspolitik auf Bahnsteigen und im Zug nach dem Motto abläuft: "Die Linke weiß nicht, was die Rechte tut."
Was auch nicht normal ist, dass Züge mal kürzer, mal länger sind, mal mit und mal ohne erste Klasse fahren, die Heizung mal funktioniert und mal nicht - von den Toiletten ganz zu schweigen. Und was nicht normal ist, dass Fahrgäste, die sich beschweren, nur ein Achselzucken ernten oder - wenn überhaupt - vorgedruckte Schreiben erhalten. So darf man als Unternehmen mit seinen zahlenden Kunden nicht umgehen.
Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil hat reagiert und die Bahn aufgefordert, die offenkundigen Probleme rasch zu lösen. Dabei darf es nicht bleiben. Der Freistaat bestellt schließlich die Verkehrsleistungen im Regional- und Nahverkehr.
Die Bahn braucht künftig mehr Konkurrenz. Nur in einem echten Wettbewerb wird sie wieder lernen, Fahrgäste als willkommene Kunden zu begreifen. Derzeit vermittelt sie eher den Eindruck, Fahrgäste seien Störfaktoren.
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(SZ vom 23.1.2009)
Berliner Zeitung
Träumen, planen, reisen
Dazu müssen einfach nur Verträge für ganze Regionen als Paket augehandelt werden. Jede Strecke einzeln auszuschreiben, kann natürlich nicht funktionieren, da dann das von Ihnen beschriebene Rosinenpicken losgeht. Also stattdessen Ausschreibungen, die sowohl die stark frequentierten als auch die weniger ertragreichen Verbindungen umfassen. Das scheint doch andernorts auch gut fur funktionieren, warum nicht in Bayern? Hier in Norddeutschland jedenfalls hat die Bahn erst aufgrund der modernen Züge der privaten Konkurrenz reagiert und endlich die schlimmen Uraltwagons assortiert, bzw. grundrenoviert. Also, na bitte, es geht doch - wenn der entsprechende Druck da ist!
Übrigens, ich muß mich doch sehr wundern, Sie sind sowohl gegen Bahn-Privatisierung, als auch dagegen, daß der Staat als Unternehmer auftritt? Hmm, kommt Ihnen das selbst nicht etwas paradox vor???
Wie einige Beiträge hier korrekt aufzeigen, sind viele Strecken nur durch die Subvention rentabel, nicht wegen der zahlenden Fahrgäste. Daran wird es zum großen Teil auch liegen, daß Beschwerden nicht ernst genommen werden. Sollten sich unzufriedene Kunden dann nicht besser gleich bei den Politkern beschweren, die doch wohl die stärkere Position haben, bei der Bahn Verbesserungen durchzusetzen? Denn die Bahn sollte nicht vergessen, daß es auch im Nahverkehr Alternativen gebn könnte. Die Subventionen könnten genauso gut an eine private Gesellschaft gehen! Im Norden hat man mit nordostseebahn und Metronom gute Erfahrungen gemacht. Diese haben gezeigt, daß es durchaus ohne die Bahn geht.
Daher sollte Minister Zeil eine neue Ausschreibung für die Nahverkehrsverträge starten, bei der die Qualität des Services entscheidend mit bewertet wird. Dann wacht die Bahn vielleicht mal auf. Und wenn nicht, andere Mütter haben auch schöne Töchter!
In einem echten Wettbewerb muss die Bahn wieder lernen, Fahrgäste nicht als Störfaktoren sondern als willkommene Kunden zu betrachten.
Ist das überhaupt gewollt (Aus Sicht der Politik und der potentiellen Aktionäre)?
Ich glaube erst an Veränderungen wenn ich sie sehe und im Fall der DB sehe ich - schwarz...
... dass viele Nebenbahnstrecken auch aufrechterhalten werden, die eigentlich nicht rentabel wären.
Weil aber Politiker in der Region ihren Wahlkreis haben, können sie beim lokalen Wahlvolk punkten, wenn sie dennoch regelmässig Züge über Nebenstrecken fahren lassen.
Für die Bahngesellschaften ist das auch rentabel, denn nicht die Fahrgäste zahlen, sondern derFreistaat Bayern ..... Müsste sich der Nahverkehr allein über die Fahrgäste rentieren, wären die fahrpreise so hoch, dass sich nur Millionäre z.B. eine Fahrt von z.B. Murnau nach Oberammergau leisten könnten.
Daher sind Nahverkehrskunden der Bahn auch überhaupt nicht wichtig, denn das geld kommt im Wesentlichen vom Staat, nicht vom Fahrgast ....
Im Fernverkehr ist das anders, da muss die Bahn versuchen von sich aus rentabel zu sein ... oder im Nahverkehr genug Staatsknete abzusahnen um sich den Fernverkehr leisten zu können ....
Sie haben recht: Der Nahverkehr ist retabel für die Bahn.... gerade WEIL er subventioniert wird:
die Bundesländer beauftragen Bahnunternehmen - z.B. die DB, aber auch Alex oder Vogtlandbahn - mit dem Bertrieb des Nahverkehrs auf einer bestimmten Strecke - und sie bezahlen ihn auch!
Der Freistaat Bayern hat dafür eine Gesellschaft, die BEG, gegründet. Die BEG vergibt als Staatsunternehmen die Aufträge zum Nahverkehr.
Daher ist der Nahverehr für die Bahngesellschaften lukrativ und profitabel!
Weil er vom Steuerzahler bezahlt wird.
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