"Jesus Trail" im Norden von IsraelFolgen Sie dem Herrn

Der "Jesus Trail" folgt den Lebensstationen des Heilands. Die Pilger reisen nicht nur in die Geschichte, sondern sollen auch noch ein Werk der Nächstenliebe tun - und arabische und israelische Gemeinden der Region einander näherbringen.

Der "Jesus Trail" folgt den Lebensstationen des Heilands. Die Pilger reisen nicht nur in die Geschichte, sondern sollen auch noch ein Werk der Nächstenliebe tun - und arabische und israelische Gemeinden der Region einander näherbringen.

Verschmitzt grinst der kleine Junge die Wanderer an und winkt ihnen zu. Das Mädchen, das ihm aus der Toreinfahrt folgt, übt gleich ihr holpriges Englisch: "Willkommen, wie heißt du?", will die kleine Palästinenserin wissen. Die Wanderer, eine Dänin, ein Amerikaner und ein Deutscher, grinsen zurück, antworten freundlich und setzen ihren Weg fort. Eine Weile winken die Kinder ihnen noch nach. Spontane Kontaktaufnahme ist nicht selten auf dem Jesus Trail im Norden Israels. Die Einheimischen, nicht nur die Kinder, scheinen sich ehrlich über die Touristen zu freuen, die durch ihre Dörfer ziehen und das Heilige Land von einer neuen Seite kennenlernen wollen - zu Fuß. Der Jesus Trail von Nazareth bis Kapernaum am See Genezareth entstand 2007 auf Initiative des israelischen Unternehmers Maoz Inon und des amerikanischen Wanderspezialisten David Landis. Sie hatten sich im Internet kennengelernt, als Landis Informationen über Wanderrouten in Israel suchte. Da trug Inon schon die Idee mit sich herum, einen Weg entlang israelischer und arabischer Ortschaften auszuarbeiten, der sowohl christliche Pilger als auch geschichts- und kulturinteressierte Touristen anziehen könnte.

Bild: Anja Reumschüssel, dpa-tmn 21. Dezember 2012, 10:072012-12-21 10:07:15 © Süddeutsche.de/Anja Reumschüssel, dpa/dgr