100 Jahre Grand Central Station:Glanzlicht von New York

US-Präsident Roosevelt fuhr von hier aus unterirdisch ins Waldorf Astoria, Jackie Kennedy kämpfte gegen den Abriss - und sie hat mehr Touristen als der Louvre in Paris: Die Grand Central Station in New York ist der größte Bahnhof der Welt. Und wird nun 100 Jahre alt.

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US-Präsident Roosevelt fuhr von hier aus unterirdisch ins Waldorf Astoria, Jackie Kennedy kämpfte gegen den Abriss - und sie hat mehr Touristen als der Louvre in Paris: Die Grand Central Station in New York ist der größte Bahnhof der Welt. Und wird nun 100 Jahre alt. Verkehrsknotenpunkt, Denkmal und die meistbesuchte Sehenswürdigkeit New Yorks: Die Grand Central Station ist aus Manhattan nicht wegzudenken. Am 2. Februar feiert der größte Bahnhof der Welt hundertjähriges Jubiläum.

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Mit seiner prunkvollen Innengestaltung im Beaux-Arts-Stil diente Grand Central zahlreichen Filmen als Kulisse (zum Beispiel Fünf Tage bis Mitternacht mit Robert de Niro oder Hitchcocks Der unsichtbare Dritte). Allein die Deckenbemalung in der Haupthalle ist eine Attraktion: Sie soll den Himmel über dem Mittelmeer mit 2500 Sternen zeigen. Und zwar in einer spiegelverkehrten Perspektive: So, wie Gott ihn sieht, heißt es. Aus Stein geschlagene Figuren am Haupteingang zeigen die römischen Götter Merkur, Minerva und Herkules.

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Der Anlass jedoch, den prunkvollen Bahnhof an der 42. Straße in New York zu bauen, war kein schöner. Die Ostküsten-Stadt hatte eigentlich schon seit 1831 eine Eisenbahn. Aber der Rauch der Lokomotiven war gefährlich und 1902 kam es zu einem schweren Unfall in einem Tunnel voller Qualm. 17 Menschen starben und die New Yorker zogen die Konsequenz: Elektrische Züge mussten her. (Im Bild: Die Grand Central Station in den 1920er Jahren)

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Die Architekturbüros Reed and Stem lieferten die Pläne für die Grand Central Station und erhielten 1913 den Zuschlag für den neuen Bahnhof (im Bild die große Halle 1946) - und er wurde zum Vorbild.

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Indem der Zugverkehr unter die Erde verlagert wurde, schaffte man an der Oberfläche immer mehr Wohnraum. Und Stadtplaner nannten das Viertel um die Grand Central Station bald Terminal City (im Bild das MetLife Building, bei der Entstehung noch Pan Am Building genannt, in den frühen Sechzigern).

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Grand Central sollte bald seine Glanzzeiten erleben. Der neue Bahnhof (im Bild 1930) rangierte in einer Reihe mit dem Pariser Eiffelturm und dem Kristallpalast in London. Dank der großzügig eingebauten Fensterpartien erleuchteten Sonnenstrahlen die Hallen im Inneren - und sorgten für außergewöhnliche Lichtspiele.

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Kofferträger (Bild von 1946) warteten an den Bahnsteigen auf Filmstars, die New York besuchten und natürlich in Grand Central ankamen. Franklin D. Roosevelt fuhr mit dem Zug von dort aus direkt unterirdisch ins Luxushotel Waldorf Astoria. Der US-Präsident litt an Polio und konnte damit seine Krankheit vor der Öffentlichkeit verbergen, wie die Daily Mail erklärt. Noch heute erinnern ein Vier-Tonnen-Lift, aufgelassene Gleise und ein Waggon daran.

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Nicht nur, dass eines der legendärsten Hotels ein eigenes Gleis für sich in Anspruch nahm - in Grand Central waren außerdem ein Kino, eine Galerie und sogar eine Kunstschule untergebracht. Warten konnte in solch einer Umgebung so schlimm nicht sein (Bild von 1946).

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Bald avancierte der Bahnhof von einem Prestige-Palast im Herzen Manhattans zum Verkehrsknotenpunkt, der besonders bei Pendlern immer beliebter wurde. Allein 1947 nutzten gut 65 Millionen Amerikaner den Bahnhof - rein statistisch fast jeder zweite Einwohner des Landes. (Im Bild: Geschäftsmann um 1950)

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Mit dem Aufkommen von Flugzeug und Auto verlor die Eisenbahn dann immer mehr an Attraktivität und rutschte in die rote Zahlen. 1967 sollte der Bau abgerissen werden. Aber prominente Unterstützer wie die Witwe des US-Präsidenten, Jackie Kennedy, wussten das zu verhindern. (Im Bild: Passanten 1940 vor Grand Central)

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Grand Central sollte ein Schicksal wie das der Pennsylvania Station erspart bleiben. Nur ein paar Jahre zuvor war der Bahnhof im Westen New Yorks durch einen modernen Bau ersetzt worden. Heute gilt das bunkerähnliche Gebäude mit DDR-Charme als eine der schwersten Bausünden der Stadt. Grand Central erging es besser: Der Bahnhof wurde um- , das Pan-Am-Building oben drauf gebaut. 1976 kam der Bau unter Denkmalschutz. (Im Bild: Reisender um 1950)

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An Prunk wurde auch an der Fassade von Grand Central nicht gespart: Am Eingang an der 42. Straße ziert den weltgrößten Bahnhof auch die weltgrößte Tiffany-Uhr. Seit einer Sanierung des Bahnhofs 1990, die acht Jahre lang dauerte und insgesamt 600 Millionen Dollar kostete, erstrahlt sie wie neu.

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Reisende besuchen Grand Central, aber Berufspendler nutzen den Bahnhof. Kein einziger Fernverkehrszug fährt aus dem Prachtbau ab, dafür bringen Vorortzüge täglich Hunderttausende in den Big Apple. Einem Fachmagazin zufolge sollen im Jahr 21,6 Millionen Touristen hier vorbeikommen. Der Louvre in Paris hat nicht einmal halb so viele.

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(Foto: dpa)

Manche nennen Grand Central eine Kathedrale des Massenverkehrs, in dem mittlerweile auch die Neuzeit angekommen ist. Nun feiert New York das Jubiläum seines Prunkbahnhofs - mit Ausstellungen, Konzerten und Lesungen. Der Bahnhof ist das meistbesuchte Gebäude New Yorks. Gut eine Million Menschen betreten im Jahr das Empire State Building. In Grand Central kommt dieselbe Menge an Menschen innerhalb von zwei Tagen zusammen.

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