Vor 20 Millionen Jahren tauchte Island aus dem Nordatlantik auf, als Gipfel einer Kette von Unterwasservulkanen, und vergrößerte sich mit jeder Eruption.
Island ist eine Insel aus Feuer - und Eis: Einige der aktiven Vulkane sind von riesigen Gletschern bedeckt, deren Zungen sich weit ins Vorland erstrecken. Flüsse von Schmelzwasser stürzen über mächtige Felsstufen in enge Schluchten und strömen, in unzählige Arme aufgefächert, dem Meer zu. Das Klima ist wechselhaft und rauh. Oft bestimmen Regen und Wind das Wetter, und selbst im Sommer wird es selten wärmer als 20 Grad.
Schafabtrieb in den Aschenwüsten der Hekla (© Foto: Edmaier)
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Nur 270. 000 Menschen leben dort, ein widerstandsfähiges Volk, das auch bei Sturm und Eiseskälte am Wochenende zum Picknicken in die weite, fast vegetationslose Landschaft fährt und das Sturmfluten ebenso zum Alltag zählt wie Erdbeben und Vulkanausbrüche.
Vulkane
Die Vulkane Islands sind nicht leicht als solche zu erkennen. Nur wenige haben die typische Kegelform. Denn selten fließt die Lava nur aus einem Gipfelkrater aus. Meisten reißen die Feuerberge, wenn sie ausbrechen, entlang der ganzen Flanke auf. So entstehen breite Bergrücken.
Vulkanausbrüche ereignen sich nur etwa alle vier bis fünf Jahre. Doch die Erde Islands ist immer aktiv. An den "Hot Spots" der Insel wie zum Beispiel im Namafjall dringen ätzende Schwefeldämpfe aus Rissen und Spalten im Boden, der gelb leuchtet vom Schwefel. In großen Becken bringt heißes vulkanisches Gas den Schlamm zum Sprudeln.
Geysire
Der aktivste Geysir Islands heißt Strokkur - zu deutsch das Butterfass.Woher der Name stammt, weiß heute niemand mehr so genau. Vielleicht war das gelbliche Sintergestein, das sich um sein Becken abgesetzt hat, die Ursache dafür.
Alle 20 Minuten tritt der Strokkur in Aktion. Zuerst beginnt der Wasserspiegel in dem Felsbecken rhythmisch um einen halben Meter zu steigen und wieder zu sinken. So pumpt er einige Minuten vor sich hin - bis eine riesige, blau schillernde Blase sich emporwölbt und unter lautem Zischen zerplatzt.
Zehn, fünfzehn Meter hoch schießt die Fontäne. Drei- bis viermal steigt sie an. Dann fällt sie in sich zusammen, um sich aufzuheizen für den nächsten großen Wurf.
Gletscher
Sechs große Eisfelder gibt es auf Island. Das größte ist der Vatnajökull - zu deutsch der Wassergletscher. Er bedeckt mit 8300 Quadratkilometern fast ein Zehntel der Insel und ist der größte Gletscher Europas.
Eine seiner breiten Eiszungen mündet in eine Lagune an der Südküste Islands, in den Jökulsarlon. Immer wieder lösen sich riesige Stücke von der Gletscherzunge. Eisberge treiben dann solange im Wasser des Jökulsarlon, bis sie weit genug abgeschmolzen sind, um durch einen schmalen Kanal in den Atlantik hinaus zu driften.
Mit hölzernen Amphibienfahrzeugen können sich Touristen zu den Eiskolossen bringen lassen, die reglos in der Lagune liegen. An Sonnentagen trieft Schmelzwasser von ihren kalten, blauen Wänden, die oft von schwarzen Streifen durchzogen sind. Das ist die Vulkan-Asche, die vor Jahrtausenden auf dem Gletscher niederging und sich im Eis festsetzte.
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Berliner Zeitung
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