Die ersten Weltraumtouristen waren schon im All. Nun hat Eric Anderson einen Reiseführer für den Weltraum geschrieben. Kein Science-Fiction-Buch - dem Autor ist es bitterernst damit.
Das Warten hat ein Ende, nun ist er da: Der erste Reiseführer fürs Weltall. Geschrieben hat ihn Eric Anderson, Chef von Spaceadventures, einem Unternehmen im US-Bundesstaat Virginia, das bis dato drei Touristen in den Weltraum befördert hat.
Weltraumtourist Gregory Olsen zeigt sich vor dem Start ins All optimistisch. (© Foto: AP)
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Kein satirisches Buch und schon gar kein Science Fiction, beteuert Anderson. Ihm ist es bitterernst damit. Er will die Zahl der Weltraumflaneure in den nächsten Jahren weiter steigern.
SZ: Ist die Auflage ihres Reiseführers an die Zahl der Millionäre gekoppelt?
Anderson: Nein, die erste Auflage mit 50.000 Exemplaren ist mehr für ein Publikum gedacht, das sich eine solche Reise nicht leisten kann, aber trotzdem eine Weltraumerfahrung machen möchte.
SZ: Aber es ist doch kein satirisches Buch?
Anderson: Nein, es gibt zwar durchaus humorvolle Passagen darin, aber eigentlich ist es ein sehr ernst gemeinter Führer. Auch für Millionäre und zukünftige Weltraumreisende.
SZ: Es gibt Rubriken wie: Wohin reisen? Was besichtigen? Was essen?
Anderson: Ja, denn es gibt verschiedene Ziele. Sie können so genannte suborbitale Flüge machen, die Sie in eine Höhe von etwa 100Kilometern bringen. Dort kann man die Erde gut sehen, auch das Dunkel des Weltalls, ist aber noch nicht in der Erdumlaufbahn. Außerdem bieten wir innerhalb der Atmosphäre Parabelflüge mit russischen Iljuschin-Großraumflugzeugen an. Beim Auf und Ab ist man bis zu 30 Sekunden am Stück schwerelos, insgesamt drei Minuten. Die Flüge zur internationalen Weltraumstation (ISS) sind natürlich der Höhepunkt. Abgesehen davon, dass wir von 2008 an mit einem russischen Soyuz-Raumschiff Flüge rund um den Mond anbieten werden.
SZ: Um den Mond?
Anderson: Ja, geplant ist eine Umrundung des Mondes, bei der das Raumschiff bis zu 50Meilen über der Mondoberfläche schwebt. Landen können wir leider nicht, dafür bräuchten wir ein viel aufwendiger konstruiertes Vehikel.
SZ: Was empfehlen Sie in Ihrem Führer als ein Muss an Sehenswürdigkeit?
Anderson: Nun, das fällt natürlich ein bisschen zusammen mit den erreichbaren Zielen. Aber ich würde sagen, am meisten beeindrucken der Blick zurück auf die Erde und die Erfahrung der Schwerelosigkeit.
SZ: Was gibt's zu essen da draußen?
Anderson: Im Prinzip dasselbe wie auf der Erde, nur dass es gefriergetrocknet ist. Es ist ein bisschen wie Camping. Unser letzter Weltraumtourist, Greg Olsen, der im Oktober eine Woche in der ISS verbrachte, aß Shrimp-Cocktails oder Spaghetti mit verschiedenen Saucen. Es gibt in der ISS auch eine Art Mikrowelle, in der man das Essen heiß machen kann.
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