Innovationen fürs Flugzeug Über den Wolken ist nicht genug

Eine Glaskuppel auf dem Flugzeugdach soll Luxusplätze mit 360-Grad-Aussicht bieten. Klingt gut, birgt aber Tücken.

Von Sarah Schmidt

Mehr Sardine oder mehr Traumschloss - das sind die beiden Richtungen, in die jene Tüftler denken, die sich neue Konzepte für die Gestaltung von Flugzeugkabinen überlegen. Nachdem vor Kurzem der Plan publik wurde, die Sitze im Reißverschlussprinzip vorwärts und rückwärts zu verschachteln, um mehr Personen an Bord zu verstauen (Prinzip Sardine), war nun eine Innovation für das Luxussegment fällig. Den Bedarf an - im wahrsten Sinne des Wortes - abgehobenen Premium-Sitzplätzen will nun der amerikanische Flugzeug-Ausstatter Windspeed Technologies decken.

Die Idee: In einer durchsichtigen Glaskuppel auf dem Flugzeugdach können ein bis zwei (finanzstarke) Personen beste Rundumsicht genießen. Endlich versperrt kein breitschultriger Mitreisender mit ausladendem Lockenkopf mehr den Blick aus dem ohnehin schon winzigen Kabinenfenster. Nie wieder Ärger darüber, dass der Sonnenuntergang/ das grandiose Bergpanorama/ die erleuchtete Metropole genau auf der falschen Seite der Maschine vorbeizieht.

Doch so attraktiv die Modellentwürfe auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, bereits jetzt zeichnen sich auch gravierende Nachteile ab. Wie sollen die Luxusfluggäste beispielsweise mit Kaviarschnittchen und Champagner versorgt werden, wenn sie erst einmal über eine ausklappbare Treppe oder sehr viel stimmiger per Lift das "Skydeck" erreicht haben? Und auch die Funktion, per Display die Aussichtskuppel um 360 Grad drehen zu können, dürfte sich schnell als Streitursache entpuppen: "Schatz, du weißt doch genau, dass mir beim Rückwärts-Fliegen immer schlecht wird" - "Du wolltest doch unbedingt noch mal unser Anwesen an der Côte d'Azur von oben anschauen!"

Den schönsten Effekt wird das Skydeck bei Nacht entfalten. Dann taugt die Kapsel zum Privatplanetarium - garantiert wolkenfrei lässt sich das Sternenzelt in bequemer Rückenlage betrachten. Wer hingegen die Landschaft sehen will, wird sich auch weiterhin an den Tragflächen, am Rumpf und Heck des Flugzeugs stören. Die Lösung: Das Skydeck am Flugzeugbauch befestigen. Doch halt - müsste man da kopfüber hängen?

Dann lieber die Idee des französischen Designstudios "Technicon": Keine Fenster, dafür übertragen gigantische Panorama-Bildschirme die Außenumgebung auf die Kabinenverkleidung. Oder man bleibt gleich ganz daheim in der Villa und setzt sich einfach eine 3D-Simulationsbrille auf.

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