Im Rahmen einer Tourismuswerbung outet sich der englische Fußballstar als "big fan of Germany". Die Idee hinter der Kampagne - ein Interview mit dem Deutschen Botschafter in London.
Dem deutschen Liga-Fußball hat der 26-Jährige gerade erst Richtung Manchester United den Rücken gekehrt. Gefallen hat es ihm fern der Heimat offenbar sehr: Mit einer großformatigen Plakatserie macht der ehemalige Spieler des FC Bayern München in wichtigen Londoner U-Bahnstationen Werbung für das Urlaubsziel Deutschland.
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Owen Hargreaves outet sich großflächig als Deutschland-Fan (© Foto: Deutsche Botschaft in London)
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Verantwortlich für die Plakatserie zeichnen die Deutsche Tourismuszentrale, die Fluglinien Lufthansa und Air Berlin sowie die Deutsche Bahn und die Deutsche Botschaft in London. Zur Idee hinter der Kampagne befragten wir Botschafter Wolfgang Ischinger.
sueddeutsche.de: Owen Hargreaves wirbt für das Urlaubsziel Deutschland - warum fiel die Wahl auf einen Fußballer?
Wolfgang Ischinger: Es gibt da ja schon seit Jahrzehnten eine sehr spezielle Beziehung zwischen Engländern und Deutschen, Stichwort Wembley 1966. Und nicht erst seit der fantastischen Fußball-WM im vergangenen Jahr hat sich dieser Sport als ein Bindeglied im deutsch-britischen Verhältnis erwiesen. Da lag es nahe, als Identifikationsfigur für unsere Imagekampagne einen populären Fußballer zu wählen.
Bei unserer Plakataktion 2006 haben wir uns für den Wembley-Helden Sir Geoff Hurst entschieden und so eine eher ältere Klientel angesprochen. Diesmal wollen wir mit Owen Hargreaves die Generation der Über-20-Jährigen für Deutschland begeistern. Wir wissen, dass gerade in dieser Altersgruppe die Defizite an Deutschland-Kenntnissen recht groß sind.
sueddeutsche.de: Welches Bild haben denn die Briten von uns als Urlaubsland?
Wolfgang Ischinger: So schlecht ist unser Image nach meinem Empfinden in Großbritannien gar nicht, viele wissen einfach nicht wirklich etwas über uns. Deutschland als Reiseziel ist in den Köpfen der Briten noch nicht so verankert wie beispielsweise Spanien oder Italien.
Da hat sich im letzten Sommer einiges geändert. Plötzlich stellten Fußball-Fans, die zum ersten Mal hier waren, fest: Das ist ja ein schönes Land, das Wetter ist gar nicht so schlecht, es gibt herrliche Seen, die Berge, nette Leute... Diesen positiven Schwung wollen wir mitnehmen.
sueddeutsche.de: Sir Geoff Hurst musste in der britischen Presse nicht nur freundliche Kommentare über seinen Werbeauftritt lesen...
Wolfgang Ischinger: Natürlich gab es Schlagzeilen mit dem Tenor "der ist jetzt zum Feind übergelaufen". Da wurden von der Boulevard-Presse wieder die alten Klischees bedient. Die Einstellung uns Deutschen gegenüber ist unterschiedlich, je nachdem mit welcher Altersgruppe man spricht.
Insgesamt stelle ich aber fest, haben die Briten Deutschland gegenüber eine vergleichsweise entspannte Haltung. Dazu hat sicher die Fußball-WM beigetragen, dann genießt die Bundeskanzlerin Angela Merkel hier viel Ansehen und nicht zuletzt wird der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands mit Respekt betrachtet. Als deutscher Botschafter bereitet mir unser Image in Großbritannien jedenfalls keine schlaflosen Nächte.
(sueddeutsche.de)
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"Außerdem nagen einfach noch viele Briten nagen emotional an der Tatsache, dass viele ihrer schönen Städte im zweiten Weltkrieg grundlos von den Hunnen ausgebombt wurden. "
Naja. Da muss ich widersprechen. Für die Briten ist der 2.Weltkrieg nur ein Vorwand um sich an ihre "finest hour" zu erinnern. Es ist wie mit der WM 1966 - ein Zeitpunkt an den man sich zurücksehnt - anders als beispielsweise in Polen. Die Antipathie gegenüber Deutschland hat in England (wie auch in der Schweiz) gar nichts, aber rein gar nichts mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun.
Die Russen hegen überhaupt keine Vorurteile gegenüber uns Deutschen, obwohl 20 Mio ihrer Landsleute von den Deutschen getötet wurden. Das hat damit zu tun, dass Russland nach dem 2.Weltkrieg Weltmacht wurde, wohingegen GB seine Stellung als Weltmacht verloren hat.
Im übrigen haben nicht die Hunnen die britischen Städte bombardiert, sondern wir die Deutschen ;-).
Kann die Ausführungen von Bono23 nur bestätigen. Meine Erfahrung nach einigen Aufenthalten auf der Insel: ganz klar "dissen" die Briten die Deutschen... und manchmal auch unter der Gürtellinie - aber das ist halt dort generell so üblich und man merkt eigentlich genau, ob der Engländer einfach einen Witz reißt oder tatsächlich Böses will (was wohl in den allerseltensten Fällen so ist).
Ich hatte bei meinen Englandreisen zuminmdest immer einen Riesenspaß mit den Einheimischen. Genauso gut, wie sie verbal austeilen können, stecken sie nämlich auch ein und lachen sich genauso kaputt, wenn man über sie einen Witz reißt.
Ach ja... ich drück Liverpool heut den Daumen - gibt auch Deutsche, die England mögen :-)
Schön, daß die Tomys immer noch von diesem Sieg in München zerren. Dafür scheitern sie bei jeder WM immer wieder kläglich.
Ich denke, die Briten pflegen die deutsch-britische Freundschaft mit einem gehörigen Schuss Ironie, die wir Deutschen nicht immer ganz mitkriegen und uns sofort in unserer Ehre angegriffen fühlen. Das freut die dann natürlich. Bei einer Reise durch Großbritannien im Fühjahr 2006 nächtigte ich bei einem Briten Anfang dreißig im Lake Distrikt. Er brachte mir großen Respekt und typische englische Freundlichkeit und Humor entgegen - und trotzdem entdeckte ich später auf seiner Kommodo die DVD (!) des 5:1 Englands gegen Deutschlands im Münchner Olympiastadion. Er machte allerdings kein Prinzip aus seiner Rivalität. Außerdem nagen einfach noch viele Briten nagen emotional an der Tatsache, dass viele ihrer schönen Städte im zweiten Weltkrieg grundlos von den Hunnen ausgebombt wurden.
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