Hochzeitsbräuche anderswo Striptease und vorgewärmte Betten

Polterabend, Baumstamm sägen, Reis werfen und die Braut entführen: So wird in Deutschland Hochzeit gefeiert. Doch wie zelebrieren Mexikaner, Japaner, Schotten oder Marokkaner das Fest der Liebe?

Von Stefan Wolf

Sollten Sie beim Urlaub auf den Philippinen eine alte Frau vor einer Kirche sehen, die einem jungen, recht gut gekleideten Paar die Haare kämmt, dann wundern sie sich nicht. Sie sind gerade Zeuge einer Hochzeit. Dieses Ritual soll den Frischvermählten Glück bringen.

Hochzeit in Marokko; AP

Geschlechtertrennung: Marokkanische Frauen feiern die Hochzeit von König Mohammed VI anno 2002 in Rabat.

(Foto: Foto: AP)

Bevor es überhaupt zum Ja-Wort kommt, muss der geneigte Bräutigam in China seine Braut am Tag der Vermählung erst einmal finden. Die Angehörigen und Freunde seiner Geliebten versuchen, ihn davon abzuhalten.

Erst wenn er der Familie einen "hong bao", einen roten Umschlag mit Geld, überreicht hat, kann er gemeinsam mit seiner Geliebten die Zeremonie beginnen.

Gemeinsam feiern - das gibt es nicht in Marokko. Dort gilt strikte Geschlechtertrennung bei der Hochzeitsparty. Nur der Bräutigam darf zu seiner Frau (und den ganzen anderen Frauen!).

Frauen und Männer feiern getrennt? Non, sagen die Franzosen. Besonders den männlichen Gästen würde ganz schön was entgehen. Denn in Frankreich stellt sich die Braut in der Mitte des Hochzeitssaals auf und beginnt ihr Bein langsam zu entblößen. Immer höher zieht sie ihren Rock, für jeden Zentimeter allerdings müssen die Herren blechen.

Umziehen statt Ausziehen ist in Japan das Motto. Dort muss die Braut über den gesamten Tag hinweg mehrere Roben überstreifen. Ein traditionelles Hochzeitsgewand, einen Kimono und ein weißes Brautkleid. Tja, Kleider machen schließlich Leute.

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