Hochstapler verhaftet Falscher Pilot fliegt von München nach Turin

Mit gefälschten Ausweispapieren gelangte ein arbeitsloser Italiener bis ins Cockpit einer Air-Dolomiti-Maschine. Als dritter Pilot flog der Hochstapler von München nach Turin. Es war vielleicht nicht seine erste Flugreise dieser Art.

Seine Geschichte klingt wie aus einer Hollywood-Komödie und dürfte doch bei manchen Fluggästen ein leises Gruseln auslösen: Ein Hochstapler ist als falscher Pilot mit einer Air-Dolomiti-Maschine von München nach Turin geflogen - womöglich nicht zum ersten Mal. Es gebe Hinweise darauf, dass der Mann schon häufiger im Cockpit mitgeflogen sei, sagte ein Sprecher des Mutterkonzerns Lufthansa am Montag in Frankfurt. Der 32-Jährige wurde am Freitag in Italien verhaftet.

Mit seiner Pilotenuniform und einem gefälschten Ausweis hatte es der arbeitslose Italiener bis ins Cockpit einer Maschine der Air Dolomiti geschafft. Als "dritter Pilot" nahm er auf dem Jump Seat Platz. An den Sicherheitskontrollen vorbei soll es der Hochstapler auf legalem Weg geschafft haben.

"Gehen Sie davon aus, dass er sich ein Ticket gekauft hat", sagte der Münchner Flughafensprecher Peter Prümm. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Mann erst an Bord als Kapitän ausgab und die Crew täuschte.

Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge ermittelt die Turiner Staatsanwaltschaft wegen Gefährdung des Luftverkehrs. Demnach fanden Polizisten in der Garage des vermeintlichen Flugzeugkapitäns Uniformen, Lebensläufe, Handbücher für Piloten und Bescheinigungen über absolviertes Flugtraining - in einem Simulator.