Gesundheit Der gute Ton

Der Ingenieur und Indienreisende Peter Hess hat vor 21 Jahren die Klangmassage entwickelt - heute boomt sie

Von Inés Berber

Die meisten Patienten verspüren während der Klangschalenmassage pure Lebensfreude, sagt Brigitte Plohs, die Physiotherapeutin. Sie habe aber auch schon erlebt, dass ein cooler Manager plötzlich zu weinen anfing, weil die Töne seine Seele so stark berührten.

Im schwäbischen Heilbad Krumbad - und nicht nur dort - ist die "Klangschalenmassage nach Peter Hess" der neueste Hit in der Physiotherapie. Seinen Ursprung hat dieser unkonventionelle Heilungsweg in Nepal. Die Klangschalenmassage soll vor allem auch beim Stressabbau helfen. Brigitte Plohs lässt sich erst mal von den Patienten erzählen, "wo der Schuh drückt". "Man muss sehr sensibel mit dieser Therapie umgehen, denn sie berührt das Unterbewusstsein des Menschen und kann so die unterschiedlichsten Wirkungen erreichen."

Nach dem Einführungsgespräch setzt sie erst drei bis vier verschieden große Klangschalen auf den Körper des Patienten, den sie ansonsten nicht berührt. Massiert wird ausschließlich via die Klangschalen, deren Obertöne die verschiedensten Wirkungen auslösen. Fast alle so Behandelten berichten über ein anfängliches Kribbeln im Körper, gefolgt von einem tranceartigen Zustand, der meist in ein geradezu euphorisches Wohlbefinden mündet.

Tiefe Entspannung und das Gefühl loslassen zu können, sind die Hauptmerkmale dieser Therapie, die vor 21 Jahren vom damaligen Physikingenieur und Lehrer Peter Hess (64) entwickelt wurde. "Es ist ein Merkmal der westlichen Welt, dass die Menschen einfach nicht loslassen können.

Übrigens auch Schmerz nicht. Das Gehirn signalisiert so lange den Schmerz, bis wir ihn loslassen, und genau das geschieht bei meiner Therapie", sagt Hess. Durch einen Krankheitsfall in der Familie begann er sich auf die Suche nach alternativen Heilmethoden zu machen und stieß in Nepal und Indien auf die Klangschalen. Mönche verwendeten sie, um den Gläubigen ein Gefühl des Wohlbefindens, der Entspannung, ja der Trance zu vermitteln. In der östlichen Welt herrscht die Vorstellung, dass der Mensch, das Tier, die Pflanzen, ja das ganze Universum aus Klang entstanden sind.