In der Wirtschaft gibt es Speisekarten in kyrillischer Schrift, statt Schweinebraten wird Borschtsch-Suppe serviert. Schließlich feiern hier reiche Russen ihr orthodoxes Weihnachtsfest - alle Jahre wieder.
"Grjus Got", grüßt der Kunde im Geschäft mit bayerischem Kunsthandwerk und lässt sich eine große kitschige Kuckucksuhr zeigen. Wie seine Frau ist auch der Mann mittleren Alters in einen dicken Skianzug gehüllt, auf dem Rücken steht in großen Lettern "RUSSIA".
Orthodoxe Christen feiern am 7. Januar Weihnachten. Einige reiche Russen reisen dafür nach Garmisch. (© Foto: AP)
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Im Laden wird er sehr zuvorkommend behandelt, denn die russischen Touristen sind in Garmisch-Partenkirchen bekannt dafür, viel einzukaufen.
"Sie geben gerne Geld aus, gerne viel Geld", sagt der Inhaber eines Sportmode-Geschäfts, Christoph Ostler. In diesen Tagen rüstet sich der oberbayerische Wintersportort für den alljährlichen Ansturm der Russen, die das orthodoxe Weihnachtsfest am 7. Januar in den Alpen verbringen.
"Dann ist ganz Garmisch-Partenkirchen voll mit Russen: 1200 bis 1400 werden hier sein", sagt der Geschäftsführer des Best Western Hotels Obermühle, Peter Wolf. Sein Haus wird in den nächsten Tagen zu zwei Dritteln von russischen Gästen belegt sein, manche Hotels sind sogar bis auf wenige Zimmer fest in russischer Hand.
Wolf spricht von einem "guten Geschäft". "Wir haben uns auf die russischen Gäste eingestellt", betont er und fügt hinzu: "Wir haben eine russische Speisekarte und bieten russische Spezialitäten, die sie von zu Hause gewohnt sind." So müssen die Gäste, die überwiegend aus Moskau anreisen, auch im tiefsten Bayern nicht auf ihre Borschtsch-Suppe verzichten.
Auch viele andere touristische Anbieter im Ort haben längst auf die neue Klientel aus dem Osten Europas reagiert, wie Garmisch-Partenkirchens Tourismusdirektor Peter Ries berichtet: "Es gibt zum Beispiel russisch sprechendes Personal bei den Skischulen und Hotels, es wurden die Wintersportprospekte der Bergbahnen auch in einer russischen Version aufgelegt, es gib eine russische Gäste-Informationsbroschüre, und eine Sport-Agentur bietet einen Rundum-Service mit Informationen sowie Verleih für russische Gäste an."
Auch in der Skihütte am Fuß des Hausbergs scheint man sich schon auf die nächsten Tage einzustimmen: Während über die Boxen die Gruppe Dschinghis-Khan mit "Moskau" Russland-Klischees verbreitet, wird eifrig Wodka ausgeschenkt.
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