Flugsicherheit Bastler baut Waffe mit Waren aus Flughafen-Shop

Nicht einmal eine Nagelfeile dürfen Fluggäste im Handgepäck mitnehmen. Ein Sicherheitsrisiko. Aber was wäre, wenn sich eine Waffe aus Produkten konstruieren ließe, die in den Shops hinter dem Security-Check erhältlich sind? Ein Bastler aus den USA hat es ausprobiert - und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Von Tobias Dorfer

Am Security-Check im Flughafen ist das Sicherheitspersonal gründlich: Scheren, Messer und sogar Nagelfeilen und Flaschenöffner werden radikal aussortiert. Schließlich soll nichts im Handgepäck transportiert werden, womit andere Fluggäste verletzt oder gar getötet werden können. Aber was wäre, wenn die Bauteile für eine Waffe nach dem Passieren der Sicherheitskontrolle gekauft werden könnten - ganz legal, in den Flughafenshops?

Evan Booth hat es ausprobiert und kommt zu dem Ergebnis: Es funktioniert. Der Informatiker aus den USA hat - ganz im Stil von MacGyver - eine funktionierende Schusswaffe aus Materialien gebaut, die ausschließlich in den Läden nach der Sicherheitskontrolle gekauft wurden. Mit seinem Prototypen möchte er den Behörden zeigen, dass die Sicherheitsvorkehrungen an den Airports völlig übertrieben sind, denn: "Wenn wir versuchen, einen Terroristen am Flughafen zu stoppen, sind wir bereits viel zu spät dran." Das sagte Booth dem Online-Magazin Fast Company.

In einem seiner ersten Videos, die Booth auf seine Website und auf Youtube stellte, konstruierte er aus Modezeitschriften, Klebeband, Zahnseide, der Verfassung der Vereinigten Staaten und einem Bleistiftspitzer in Form des Washington Monuments eine Schlagwaffe, die sich immerhin dazu eignet, eine Kokosnuss zu zertrümmern:

Deutlich gefährlicher sieht die aufladbare Schusswaffe aus, die Booth aus einem Fön, einem Magnet, einer Red-Bull-Dose, Batterien, einem Haarband sowie Zeitschriften, Zahnseide und und einer Dose Deo zusammengebaut hat. Beim Abfeuern erzeugen die Lithium-Batterien mit Wasser eine chemische Reaktion, die so viel Hitze produziert, dass die Deo-Dose explodiert:

Dieser Prototyp sieht zwar so aus, als würde das Abfeuern auch für den Schützen eine ziemlich schmerzhafte Angelegenheit - dennoch: Dass auf Flughäfen nach dem Sicherheits-Check durchaus Produkte zu kaufen sind, die sich zu einer Waffe verarbeiten lassen, diesen Beweis hat der Informatiker erbracht.

Bevor Booth die Videos veröffentlichte, informierte er die amerikanische Flugsicherheitsbehörde Transportation Security Administration (TSA). Eine Reaktion hat er aber nicht erhalten. Dafür schaute das FBI vorbei. Doch die Polizisten haben ihn nicht festgenommen: Sie wollten, sagt Booth, nur sichergehen, dass er die Waffen nicht auf dem Flughafengelände zusammengebaut hat. Das nämlich wäre offenbar strafbar gewesen.

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