Die britische Regierung hat trotz vehementer Proteste von Umweltschützern und Anwohnern den Ausbau des Flughafens London Heathrow genehmigt.
Europas größter Passagierflughafen London-Heathrow bekommt eine dritte Landebahn und ein neues Terminal. Die britische Regierung gab am Donnerstag grünes Licht für den umstrittenen Ausbau des drittgrößten Passagierflughafens der Welt.
(© Foto: Reuters)
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Die Pläne zum Bau einer dritten Startbahn wollte Verkehrsminister Geoff Hoon noch am Donnerstag vor Abgeordneten vorstellen. Sie soll 2020 in Betrieb gehen.
Premierminister Gordon Brown sagte, die Entscheidung werde die Wirtschaft stärken. "Es ist unser Ziel, die wirtschaftliche Zukunft des Landes zu sichern." Auch die Vorgaben für Lärm- und Umweltschutz sollten eingehalten werden, sagte Brown bei einem Besuch in Berlin.
Gewerkschaften und Wirtschaft hoffen durch den Bau der Landebahn auf rund 65.000 neue Arbeitsplätze. Gegen das Ausbauprojekt gibt es allerdings weiter massiven und gut organisierten Widerstand von Umweltschützern, Anwohnern und Prominenten. Die beiden Oppositionsparteien lehnen die dritte Startbahn ebenso ab.
Dem Vernehmen nach sollen gleichzeitig mit dem Ausbau auch eine Reihe von Investitionen in das britische Bahnnetz getätigt werden, darunter eine Hochgeschwindigkeitsverbindung nach Heathrow.
Höhere Abgasbelastung befürchtet
Gegner des Flughafenausbaus kritisieren, dass die Abgase mit etwa 200.000 zusätzlichen Flügen im Jahr nicht wie geplant um 80 Prozent bis zum Jahr 2050 reduziert werden könnten. Dies verstoße gegen die Richtlinien der Europäischen Union.
Verkehrsminister Geoff Hoon erklärte hingegen im Parlament, dank der technologischen Fortschritte im Flugzeugbau werde es bei der Inbetriebnahme der Runway in rund zehn Jahren auch leisere Flugzeuge mit geringerem Schadstoffausstoß geben. Die Kosten des Ausbaus liegen bei 9 Milliarden Pfund (fast 10 Mrd Euro).
Derzeit 70 Millionen Passagiere pro Jahr
In London-Heathrow landen und starten europaweit mit jährlich knapp 70 Millionen Passagieren die meisten Menschen. Bei der Zahl der Flugbewegungen liegt der Airport mittlerweile aber hinter dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle.
Der Flughafen steht mit seinen zwei Landebahnen in harter Konkurrenz zu anderen großen europäischen Flughäfen. Amsterdams Flughafen Schipol hat derzeit fünf Landebahnen, am Pariser Airport Charles de Gaulle sind es vier.
Mit der neuen Runway kann die Zahl der Flüge von derzeit 480.000 auf rund 700. 000 pro Jahr gesteigert werden. Damit erreicht Heathrow allerdings nicht die Zahl der Flüge der beiden größten Airports in Atlanta und Chicago, die beide weit über 900 000 Flugbewegungen pro Jahr abwickeln können. Außerdem will die Regierung die mögliche Zahl von Flugbewegungen nicht ausschöpfen, um den Schadstoffausstoß zu begrenzen.
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(AP/dpa/dd)
Reiseknigge: Türkei
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Das Problem bleibt also bestehen: In Großbritannien wird ein Großteil des Inlands-Verkehr mit dem Flugzeug abgewickelt. Hochgeschwindigkeitsstrecken gibt es nicht (außer zum Kanaltunnel). Die Reisezeit von London nach Edinburgh und Glasgow liegt immer noch bei über vier Stunden - nicht konkurrenzfähig. Ein TGV-ähnlicher Zug könnte das auch in 2 1/2 Stunden schaffen.
Warum investiert man das Geld nicht in ein Hochgeschwindigkeitsnetz? Das würde der Wirtschaft genauso nützen wie eine Landebahn, die Umwelt aber weit weniger belasten.
Merkwürdig erscheint mir die Aussage, man wolle eine Hochgeschwindigkeitsbahn nach Heathrow. Wozu? Die Reisezeit ab Paddington beträgt schon heute nur 15 Minuten. Hat denen etwa der ääh ääh ... Stoiber was von äh ... 10 Minuten erzählt?
Neue Landebahn in Heathrow, neue Landebahn in Frankfurt.
Ich habs neulich bei einem Flug für 29 Euro nach London (Stansted) zu meinem Sitznachbarn gesagt: "Eines Tages zahlen die uns noch was raus".