Von Tanja Rupprecht-Becker, Illustrationen: Rita Berger

Nur ein trainierter Körper bringt uns ins Gleichgewicht

Das irdische Maß aller Dinge ist die Balance. Befindet sich der Körper in ihr, scheint alles in bester Ordnung. Zumindest für den Moment. Denn es handelt sich dabei um keinen Zustand, sondern um einen permanenten Prozess, alles befindet sich stetig im Fluss. Das gilt natürlich auch für die fragile Fitness: wie gewonnen, so zerronnen.

(© Foto: AP)

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Workout erster Ordnung: Beweglichkeit Die schwindet schon von allein recht schnell: Wer rastet, der rostet eben. Und der klassische, bewegungsarme Büro-Alltag beschleunigt diesen Prozess noch, indem er muskuläre Ungleichgewichte produziert. Worum es sich dabei genau handelt, erklärt Prof. Dr. Durchgänge. Wolfgang Buskies von der Universität Bayreuth: "Die Skelett- Muskulatur basiert auf dem Prinzip des Dualismus: Zwei Muskeln oder mehr bilden ein System, das sich selbst im Gleich gewicht hält. Zieht sich der eine, beispielsweise der Bizeps, zusammen, wird sein Partner, der Trizeps, gestreckt. Um den Arm wieder zu strecken, zieht sich der Trizeps zusammen und der Bizeps wird gestreckt. Muskuläre Dysbalancen tauchen auf, wenn durch einseitige Haltungen oder Belastungen das normale Gleichgewicht der beiden Muskeln gestört wird." Der Büromenschen häufigste Problemzone ist die Brustwirbelsäule: Die Rücken rund und die Schultern nach vorne fallend, hocken sie tapfer vorm Rechner. Der nächste neuralgische Punkt lauert an der Wirbelsäule, wo die Hexen vorzugsweise schießen. Der Rückenstrecker ist verkürzt und schwach, weil die natürlichen Gegenpole Bauch und Po mangels Belastung ebenfalls zu schwach sind. Auch die Muskeln auf der Rückseite der Oberschenkel sind bei fast allen verkürzt. Wetten, dass bei gestreckten Beinen kaum noch jemand mit den Fingern auf den Boden kommt? Aber kein Problem, zum Glück lässt sich ja alles wieder hindehnen. Hier drei Übungen zum täglichen Nachturnen:

Dehnen der Brustmuskulatur: Seitlicher Stand an einem Türrahmen oder an der Wand. Aufrechte Haltung, Schultern zurück, Unterarm und Kleinfingerseite an die Kante legen und den Rumpf vom Arm wegdrehen, bis ein Dehnreiz in der Brust spür- bar ist. Position 30 Sekunden halten und die Seite wechseln. Zwei Durchgänge.

Dehnen des unteren Rückenstreckers: Breitbeinig auf den Boden setzen, die Füße stehen ebenfalls auf dem Boden, die Knie sind leicht angewinkelt. Mit den Armen durch die Beine greifen, die Hände fassen die Fesseln und nun den Oberkörper so weit und tief wie möglich einrollen. 30 Sekunden halten, entspannen und noch einmal wiederholen.

Dehnen der Oberschenkelrückseite: Die Ferse des zu dehnenden Beines auf eine erhöhte Unterlage legen, das Knie strecken. Der Rücken bleibt gerade. Dann den Oberkörper nach vorn beugen, bis die Dehnung im gestreckten Bein spürbar wird, und die Position zehn Sekunden halten. Jedes Bein kommt drei Mal an die Reihe.

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