Sie blasen zur Freundlichkeitsoffensive oder bauen einen "Sandfranz": Zur Fußball-Europameisterschaft wollen sich Österreich und die Schweiz als Gastgeber übertrumpfen.
"Jedes Problem hat zwei Seiten: die falsche und unsere." Ob man die Schweizer Mentalität nun auf dieses Sprichwort verkürzen kann oder nicht - im österreichischen Servicehandbuch, einer Handreichung der Wirtschaftskammer für Hoteliers, Taxifahrer oder grantige Wiener Kellner wird es jedenfalls zitiert, auf Schweizerdeutsch.
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Da sind ein paar Eigenheiten eines jeden Teilnehmerlandes der Fußball-Europameisterschaft aufgelistet, ein paar Grußworte in der Landessprache. Dass der Rumäne ein "Fleischtiger" und somit in Österreich goldrichtig sei, ist auch zu erfahren und dass man vor dem Griechen nicht Zeigefinger und Daumen zum Kreis formen sollte, weil das obszön ist.
Die zwei Alpenrepubliken wollen nichts dem Zufall überlassen, wenn in drei Wochen Hunderttausende Ausländer durch ihre Städte strömen. Man ist gefeit, schließlich soll durch die weltweite Beachtung der Tourismus, wichtige Einnahmequelle beider Länder, Aufschwung erfahren. Das lässt man sich einiges kosten.
So stehen Schweiz Tourismus für zusätzliche EM-bezogene Werbemaßnahmen im Ausland zehn Millionen Franken (6,2 Mio Euro) zur Verfügung, den Schweizer Gastgeber-Städten nochmals fast 15 Millionen Franken. Die Österreich Werbung hat elf Millionen Euro, um die Fußballfans und Fernsehzuschauer im Ausland davon zu überzeugen, dass es in diesem Land nicht nur Abgründe gibt, sondern aussichtsreiche Höhen.
Die Schweiz will auf Nummer sicher gehen und bietet ein freiwilliges Gastgeber-Training an, nach dem Vorbild der "Freundlichkeitsoffensive" in Deutschland zur WM 2006. Mehr als 50.000 Hotelangestellte, Taxifahrer, Polizisten wurden bereits geschult in eintägigen Kursen. "Mit großem Erfolg", sagt der Kommunikationstrainer Dan Wiener, der mit seiner Firma die Schulungen durchführt. "Es geht dabei nicht so sehr um Freundlichkeit, sondern um Engagement und Kompetenz."
Wenn man den Bahnmitarbeiter oder den Polizisten so weit bekomme, dass er sich auch für die Auskunft zu Public-Viewing-Zonen oder zu Ausstellungen in der Stadt zuständig fühle, habe man viel erreicht, sagt Wiener.
Österreich begnügt sich indes mit dem Servicehandbuch, das Interessierte aus dem Internet laden können, eigene Schulungen gibt es nicht. Man geht offenbar davon aus, dass der missgelaunte Kellner untrennbar zur Sehenswürdigkeit Kaffeehaus gehört und man sonst ja ohnehin den Charme gepachtet hat.
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Debatte über Militäreinsatz in Syrien
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