Bei Billigflügen kommen meist Kosten hinzu, die den niedrigen Flugpreis bei weitem übersteigen.
Wenn er den Ortsnamen Weeze hört, läuft Cliff Head aus Reading bei London immer noch puterrot an vor Wut. Hatte sich doch seine Familie so sehr auf den Kurztrip mit Ryanair nach Düsseldorf gefreut. Ein echtes Schnäppchen meinte der Familienvater gemacht zu haben, als er per Internet bei dem irischen Billigflieger die Flugsitze für umgerechnet 80 Euro pro Nase nach Düsseldorf geordert hatte.
Die Billigfluglinie Ryanair darf fuer ihre Londonfluege nicht mehr mit der Formulierung "Flughafen Niederrhein (Duesseldorf)" werben. (© Foto: ddp)
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Doch ¸¸Airport Düsseldorf, Perfecture Weeze" erwies sich als Landeplatz irgendwo in der Pampa, weitab vom eigentlichen Zielort. Eigentlich wollten die Heads pünktlich bei einer Hochzeitsfeier im Düsseldorfer Zentrum sein. Aber daraus wurde nichts. Sie kamen mit dreistündiger Verspätung dort an.
Mit der Fahrt zum Flughafen London-Stanstead und den Wartezeiten waren sie fast zehn Stunden unterwegs gewesen. ¸¸Mit dem Auto wären wir schneller in Düsseldorf gewesen - und billiger", resümiert Cliff Head.
Erst rechnen, dann buchen
Touristen müssten genau rechnen, ob sich ein Flug von und zu einem Provinzflughafen wirklich lohnt, empfiehlt ein Sprecher des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Oftmals fräßen lange Transfers den Zeitvorteil des Fliegens wieder auf.
Bei Strecken unter 600 Kilometern seien Zug und Auto dem Flugzeug in der Praxis meist überlegen, befinden die Verbraucher-Schützer. Auch kosten Transfers ordentlich Geld - die englischen Staatsbahnen beispielsweise kassieren deutsche Touristen kräftig ab: Bis zu 120 Euro kann die Fahrt für eine vierköpfige Familie kosten.
Selbst die Interessenvertretung der Billigflieger in Deutschland fordert ihre Kunden auf, ¸¸zu überlegen, ob sich jeder Flug auch lohnt", erklärt Verbandssprecher Herbert Euler. Was der Verbraucher am Ticketpreis spare, wenn er von Hamburg aus vom Ryanair-Ziel ¸¸Hamburg-Lübeck" flöge, gäbe er für Bahntickets wieder aus.
¸¸Ein ökonomisch wie ökologischer Schwachsinn", schimpft Norbert Frank vom Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund). Viele Mini-Pisten ¸¸generieren unnötigen Flugverkehr". Da würden Gäste der umweltfreundlichen Bahn in den Jet gelockt. Touristen, die selbst im Auto weniger Kohlendioxid in die Stratosphäre bliesen, als sie im Low-Cost-Flieger verursachten, flögen, ¸¸nur weil der Preis billig erscheint".
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