DrehorteMiami, echt jetzt

Dexter, Scarface, Goldfinger und natürlich Miami Vice: Die Stadt am Strand ist Schauplatz bekannter Filme und Serien. Wie sehen die Drehorte wirklich aus? Ein Besuch an zehn Locations.

Von Beate Wild, Miami

Bei Hochglanzbildern von Miami bekommt man leicht den Eindruck, dass es diese Stadt gar nicht gibt. Sie wirkt auf Fotos wie eine fröhliche Kulisse - kein Wunder, dass sie bei Filmproduzenten beliebt ist. Wie sehen die Drehorte bekannter Filme und Serien heute aus?

Dexter

Die Neonlichter an den Art-Deco-Fassaden, die Miami Beach den leicht verruchten Anstrich geben, ziehen langsam vorbei. "Miami ist eine großartige Stadt. Ich liebe das kubanische Essen", sagt Dexter aus dem Off, während er in seinem Cabrio den nächtlichen Ocean Drive entlangfährt. Auf den Terrassen der Restaurants sitzen Menschen mit großen Drinks und wenig Kleidung. Sie schwitzen. Es ist heiß in Miami, wie immer.

Die Serie "Dexter" um einen Forensiker, der selbst ein Mörder ist, spielt in Miami - auch wenn nur die ersten Folgen tatsächlich in Florida gedreht wurden. Aus Kostengründen wurde die Produktion später nach Long Beach in Kalifornien verlagert. Im Pilotfilm findet Dexter (Michael C. Hall) seine erste Leiche, eine zerstückelte Prostituierte, im leeren Pool des Seven Seas Motels am Biscayne Boulevard. Das abgewrackte Motel gibt es heute noch - und es heißt im wahren Leben genauso. Der Pool ist abgedeckt und schon lange nicht mehr in Betrieb. Die Damen, die hier wohnen, arbeiten wie in der Serie im horizontalen Gewerbe. Wer mit dem Auto anhält, um Fotos zu machen, wird misstrauisch beobachtet.

Dexters Apartment, wo er das Blut seiner Opfer hinter der Klimaanlage versteckt, befindet sich auf Bay Harbor Island (1155 103rd Street). Fans ist die private Wohnanlage nicht zugänglich. Was aber zu sehen ist, ist der Blick, den Dexter von seiner Wohnung auf die Bucht hat. Der ist in Wirklichkeit genauso atemberaubend wie im Film.

Bild: Beate Wild 8. November 2017, 16:152017-11-08 16:15:44 © SZ.de/kaeb/liv