John Bruton, als Chef der EU-Delegation in Washington so etwas wie ein paneuropäischer Botschafter, erinnert der geplante Obolus an das Märchen von "Alice im Wunderland". Nur wer in einer ähnlich irrealen Welt lebe, könne auf die Idee verfallen, "ein Strafgeld für genau jene Aktivität zu erheben, die man fördern will". In einem Schreiben an alle hundert Senatoren hat Bruton nun gedroht, Europa könne sehr wohl zum Gegenschlag ausholen - und allen US-Besuchern ebenfalls eine Einreisegebühr abknöpfen.

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Der tapfere Ire weiß sehr wohl, dass den 27 EU-Staaten dazu der Mut abgeht. Obendrein fehlt der Alten Welt die Technik. Amerika hingegen hat vorgebaut. Seit Januar müssen alle visa-befreiten Reisenden sich bei Esta registrieren: Die Datenbank des US-Heimatschutzministeriums soll mutmaßliche Terroristen aufspüren, und wer nicht seine persönlichen Daten abgibt, dem droht nach der Landung Ärger.

Der Kongress plant, Esta zur Zahlstelle ausbauen. Nach Geburtsdatum und Passnummer soll der Besucher noch die zwölf Ziffern seiner Kreditkarte eingeben - dann wird abkassiert.

Amerikas Anti-Terror-Maßnahmen waren es auch, die den Kongress überhaupt auf die Idee seiner Tourismus-Förderung gebracht haben. Die nach dem 11. September 2001 drakonischen Grenzkontrollen haben das "Land der Freien" unter Weltreisenden in Verruf gebracht. Amerikas Touristenzahlen stagnieren. Das US-Handelsministerium fürchtet, in diesem Jahr werde die Nation deshalb 247.000 Arbeitsplätze verlieren. Auch deshalb steht die Obama-Regierung den Europäern nicht bei.

Zwei Minister haben signalisiert, die Administration wolle im Streit um das fremdfinanzierte Tourismusprogramm sich nicht mit dem Kongress anlegen. Derweil ging dort ein Änderungsantrag ein: Mehrere Senatoren wollen die Einreisegebühr nun auf 20 Dollar verdoppeln - und zehn Dollar abzwacken, um die Kosten visafreier Ausreisen zu decken.

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  1. Eintrittsgeld für Amerika
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(SZ vom 07.09.2009)