Von C. Wernicke

Die USA wollen mehr Touristen ins Land locken. Bezahlen sollen die Werbetrommelei die Europäer - mit einem Eintrittsgeld für die Vereinigten Staaten.

Der Plan, den Amerikas Kongress noch in diesem Monat zum Gesetz machen will, verheißt Wunderbares: Mindestens 40.000 neue US-Jobs sollen entstehen, weil demnächst 1,6 Millionen mehr Besucher ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten reisen und dort alljährlich vier Milliarden Dollar zusätzlich verprassen.

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Dieses himmelblaue Szenario haben ein paar Ökonomen ausgemalt, und mittlerweile kennen die Senatoren in ihrer Begeisterung keine Parteigrenzen mehr: Sämtliche Demokraten und die meisten Republikaner werden wohl für den "Tourism Promotion Act" votieren. Also dafür, künftig jedes Jahr 200 Millionen Dollar auszugeben, dass Reisende aus aller Welt endlich "das wunderschöne Amerika" entdecken. Das Schönste an der nicht ganz billigen Idee ist dies: Den US-Steuerzahler wird die ganze Werbetrommelei keinen Cent kosten.

Zahlen sollen andere. Allen voran die Europäer will der Kongress zur Kasse bitten - mit einem Eintrittsgeld in Höhe von zehn Dollar. Bisher genießen Deutsche und Franzosen, Briten wie Tschechen das Privileg, bei Aufenthalten von weniger als 90 Tagen stets ohne Visum (und somit ohne Gebühr) in die Vereinigten Staaten fliegen zu können. Bürger aus 35 meist recht reichen Nationen gewährt Washington den Vorzug seines Visa-Verzicht-Programms (VWP); und von den jährlich etwa 17 Millionen internationalen Gästen, die solchermaßen unkompliziert nach New York, Chicago oder San Francisco gelangen, stammen schätzungsweise 13 Millionen aus Europa.

Also protestiert Europa.

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