Dänemark Glögg mal

Lichterwelt in Kopenhagen: der Tivoli im Winter.

(Foto: Kim Wyon/Visit Denmark)

Die Kopenhagener haben ihre Weihnachtswelt im Freizeitpark.

Von Hannes Vollmuth

Es soll fast schon eine Art dänische Bürgerpflicht sein: Einmal pro Weihnachtszeit geht jeder in den Tivoli, in den Weihnachtspark am Kopenhagener Hauptbahnhof, die meistbesuchte Attraktion Dänemarks. Als Deutscher fragt man natürlich sofort: Haben die keine Christkindlmärkte, die Dänen? Budendörfer mit Glühwein, Bratwurst und Kunsthandwerk? Doch haben sie. Sogar jede Menge. Und genau das ist der Grund.

Ein großer Weihnachtsbaum leuchtet vor dem Eingang, manchmal muss man hier anstehen, um seine 99 dänischen Kronen über den Tresen zu schieben, 13 Euro, das Eintrittsgeld. Dann darf man endlich rein, durch das Lichtertor des Tivoli: als betrete man die Kulisse eines Weihnachtsfilms. Es ist ziemlich egal, wo man jetzt hinschaut: Überall leuchten Bäume, glitzern Sträucher, schimmern Pavillons und Pagoden in Rot und Gold. Zwischen all dem Trubel ruht der Tivolisee, obwohl ruhen tatsächlich übertrieben ist. Selbst die Wasseroberfläche verwandelt sich hier zur Weihnachtszeit. Sie wird ein Glitzermeer, das alle anderen Lichter reflektiert.

Auch im weihnachtlichen Tivoli gibt es Verkaufsbuden mit warmen Lammfellen, Christbaumkugeln und Kitsch. Das ist aber Nebensache. In den Weihnachtstivoli geht man wegen der Stimmung, der Tivoli zählt zu den ältesten Freizeitparks der Welt. Wie sich das im Advent gehört, bekommt man eisige Füße nach einiger Zeit. Da hilft nur noch Glögg, die dänischen Variante des Glühweins mit Mandeln und Rosinen. Oder Waffeln und Honigkuchen mit Zimt, die man auch überall probieren kann. Wer den ganzen Tivoli ablaufen will, sollte sich Zeit nehmen: Er hat mit 80 000 Quadratmetern die Ausmaße eines Stadtviertels, beherbergt drei Dutzend Restaurants und 23 Fahrgeschäfte. Selbst durch die Weihnachtsdunkelheit klackern ununterbrochen Achterbahnen.

Glögg, Pfefferkuchen und Spekulatius gibt es in Kopenhagen natürlich auch anderswo. Ohne Eintritt. Aber weil es viel zu viele Märkte sind, die dazu noch völlig austauschbar erscheinen, erstrahlt der Tivoli so hell. Eine Weihnachtswelt direkt am Hauptbahnhof.

Weihnachten im Tivoli, Vesterbrogade 3, Kopenhagen, bis 3. Januar täglich von 11 bis 23 Uhr geöffnet, freitags und samstags bis 24 Uhr, www.tivoligardens.com/en