Noch ist unklar, wie es zu der Computerpanne bei der Bahn kommen konnte. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert ein besseres Notfall-Management.
Sie heißen EBuLa, RIS oder HAFAS und die meisten Reisenden, die nicht auch Bahnbedienstete sind, haben zwar noch nie etwas davon gehört, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit oft damit zu tun.
(© Foto: ddp)
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Mit computergestützten Systemen wie diesen plant und steuert die Bahn das ganze komplizierte Gefüge aus Hunderten von Zügen, Fahr- und Dienstplänen - von der Anzeige am Bahnsteig bis hin zum Ticketverkauf im Internet.
Was es bedeutet, wenn sie ausfallen, erfuhren Tausende von Fahrgästen am Mittwochnachmittag, als es in einem Rechenzentrum der Bahn zu einer schweren Computerpanne kam.
Welcher Art diese Probleme waren, dazu mochte die Bahn auch 24 Stunden nach dem mehrstündigen Ausfall in dem Rechenzentrum keinerlei Angaben machen, auch nicht dazu, welche Systeme in dem betroffenen Rechenzentrum in Berlin-Mahlsdorf überhaupt zusammengefasst sind.
Betrieben wird es von der Bahntochter DBSystel, die unter anderem auch für das Bahn-interne Funknetz GSM-R zuständig ist. Über Funkstationen ähnlich denen normaler Handymasten erhalten Zugbesatzungen ständig aktualisierte Informationen.
Die DBSystel, die auch externe Kunden betreut, wirbt damit, ihre Rechenzentren und Systeme nach anerkannten Qualitätsnormen zu betreiben und ist sogar Mitglied im anerkannten IT Service Management Forum. Aber auch wer alle Vorschriften und Sicherheitsregeln einhält, ist vor Ausfällen aber nicht gefeit, sagt René Wienholtz, Technikvorstand der Strato AG, die in Berlin ein Rechenzentrum mit 30000 Servern betreibt.
Dabei scheinen diese Regeln kaum Platz zu lassen für Eventualitäten. Um den Kunden ausfallsichere Anwendungen bieten zu können, gründen die Sicherheitsanforderungen wie eine Pyramide auf einem starken Fundament.
Lesen Sie weiter, welche Sicherheitsvorkehrungen die Bahn aufgebaut hat.
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(was ich allerdings nicht glaube), dann ist dies keine gute Entschuldigung, sondern ganz im Gegenteil der Beweis, daß das "Sicherheitskonzept" der Bahn auf tönernen Füßen steht. Zu IT Sicherheitskonzepten gehört es nämlich, solche "single points of failure" zu identifizieren und zu beseitigen. Und selbstverständlich gehört auch dazu, "worst case" Studien anzustellen, und Prozeduren für ein Katastrophenmanagement zu entwickeln. Falls die Bahn dies tatsächlich gemacht haben sollte, kann das Ergebnis nur als erschreckend bezeichnet werden. Der Totalausfall sowohl des Informations- als auch des Verkaufssystems für mehrere Stunden ist für ein modernes Diensteistungsunternehmen von der Beduetung der Bahn einfach nicht akzeptabel. Hier scheint ein grundsätzlicher Fehler in der Architektur des Systems vorzuliegen, nicht einfach nur ein Detailproblem.
Selbstverständlich ist Perfektion nicht möglich, und in jedem komplexen System gibt es die Gefahr, daß ein Fehler eines Systemtechnikers überproportionale Auswirkungen hat. Aber für solche Fälle kann man gezielt Redundanzen einplanen sowie Mechanismen zur schnellen Wiederherstellung und Neustart vorsehen. Ein Totalausfall für mehrere Stunden ist heutzutage nicht mehr Stand der Technik. Es scheint, daß die entsprechenden Systeme der Bahn nicht auf der Höhe der Zeit sind, und dies ist wahrscheinlich auf Kosteneinsparungen an der falschen Stelle zurückzuführen. Man kann nur hoffen, daß zumindest die Sicherheitssysteme auf einem besseren Stand sind.
"Aber auch wer alle Vorschriften und Sicherheitsregeln einhält, ist vor Ausfällen aber nicht gefeit, sagt René Wienholtz, Technikvorstand der Strato AG, die in Berlin ein Rechenzentrum mit 30000 Servern betreibt."
Naja, dieser Kommentar entspricht irgendwie schon den neuen deutschen Dienstleistungs- und Industrie-Paradigmen. Früher versuchte man noch hohe Qualitätsansprüche zubefriedigen, mittlerweile verwendet man den Intellekt zur Findung und Standardisierung schneller Schadensbegrenzungen und Verdunkelungsaktionen. Keine geringe Leistung ist das, gegenüber früher, wenn man sich vor Augen hält, wieviel Murks täglich in deutschen Konzernen unter den Teppich gekehrt werden muß.
Die Computer sind ja auch etwas schrecklich Kompliziertes, daher kann im Bahn Vorstand und beim EDV Dienstleister so wunderbar verdunkelt werden, was hier schon wieder vermurkst wurde. Einige Millionchen, die jährlich hin- und her verschoben werden in komplizierte aber nicht benötigte Technik, quer durch alle großen deutschen Konzerne, verflochten in einem für außenstehende undurchdinglichen Geflecht.
Ursprünglich war diese Geflecht deutscher Großkonzerne und ehemaliger Bundesbehörden ja ganz naiv zum Wohle des Volkes und des Staates, zum Ausstoß von rendite- und steuereinnahmeträchtigen Volksaktien gedacht. Ja, Herr Eichel hat es nur gut gemeint, damals. Aber er hat die Rechnung leider ohne die Manager gemacht, die diese an allen Ecken heimlich bröckelnden deutschen Konzerne leiteten. Allesamt abgesetzt und vor dem Staatsanwalt gelandet, bis auf die Bahn-Jungs. Aber wir müssen uns fragen wie lange dies wohl noch durchzuhalten ist.
Die Spiele in den oberen Etagen führen immer häufiger und sichtbarer zu Unterlassung bei der Sicherstellung des täglichen Betriebs, etwa wegen wissentlicher Duldung oder Interessenlosigkeit gegenüber monatelang defekten Redundanzen in Rechenzentren, zugunsten teurer strategischer Planspiele mit externen Partnern, aber auch und bedenklicher bei der Sicherheit der Fahrgäste, der vielen defekten Türen in S-Bahnen, der teilweise hochgiftigen Ladungen von Güterzügen, die über marode Strecken quer durch Wohngebiete donnern, vorbei an Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern, be den noch immer existierenden eingleisigen Schienenstrecken ohne Funkverbindung zur Leitstelle, den täglichen Zugausfällen und Verspätungen und zu allem dann noch die ewig nervender Entschuldigen über die krächzenden Lautsprecher.
Das Maß ist voll. Aber vergessen wir nicht,
"Lesen Sie weiter, welche Sicherheitsvorkehrungen die Bahn aufgebaut hat."
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Kommt diese Information in einer Ergänzungslieferung???