Welterbe Chinesische Mauer:Legendär lang

Bedenkt man ihre Länge und ihr Alter, ist es eigentlich ein Wunder, dass sie erst 1987 zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Die Chinesische Mauer ist ein Bau der Superlative - doch manche Teile sind vom Einsturz bedroht.

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(Foto: REUTERS)

Bedenkt man ihre Länge und ihr Alter, ist es eigentlich ein Wunder, dass sie erst 1987 zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Die Chinesische Mauer ist ein Bau der Superlative - doch manche Teile sind vom Einsturz bedroht. Die Länge dieser mächtigen Mauer ist legendär. Eine weitere Legende hat sich jedoch als Märchen herausgestellt: Die Chinesische Mauer ist nicht mit bloßem Auge vom Weltraum aus zu sehen, was auch der erste Astronaut Chinas, Yang Liwei, bedauernd feststellen musste. Doch das mag Propaganda-Verantwortliche erschüttert haben, der Anziehungskraft auf in- und ausländische Besucher hat diese Erkenntnis keinen Abbruch getan. Sie ist ein Wahrzeichen Chinas, ein architektonisches Meisterwerk, das schon Jahrtausende überdauert hat. Am 7. Dezember 1987 wurde sie von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt.

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(Foto: REUTERS)

Von abertausenden Menschen wurde ein einzigartiges Bauwerk erschaffen, das sich perfekt in die Landschaft einfügt. Die ältesten Teile wurden im 7. Jahrhundert vor Christus errichtet. Die heute bekannte Mauer bekam ihr Aussehen während der Ming-Dynastie: Vom Ende des 15. Jahrhunderts an verlief sie auch über Hügel und Bergkämme, zuvor war sie nur in Tälern oder unterhalb der Grate gebaut worden.

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(Foto: Reuters)

Entlang der nördlichen Reichsgrenze sollte die "Lange Mauer", wie sie im Chinesischen heißt, zur Verteidigung dienen. Sie ist die einzige derartige Grenzbefestigung, die mehr als 2000 Jahre lang hielt.

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Wenn man alle Teilstücke zusammenzählt, erstreckt sich die Chinesische Mauer nach neuesten Erkenntnissen über eine Gesamtlänge von mehr als 20.000 Kilometer. Ihr chinesischer Name heißt übersetzt "10.000 Li lange Mauer." Ein Li entspricht etwa 575,5 Metern, 10.000 Li wären demnach nur 5755 Kilometer. Die Zahl 10.000 steht im Chinesischen aber auch für Unendlichkeit. Deswegen bedeutet der Ausdruck im eigentlichen Sinne wohl eher "unvorstellbar lange Mauer" - und das ist sie tatsächlich.

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Eine Besonderheit der Mauer sind ihre Türme, die in regelmäßigen Abständen von ein paar hundert Metern errichtet wurden. Diese etwa zwölf Meter hohen Wachtürme dienten als Signaltürme und Waffenlager, etwa 25.000 davon soll es gegeben haben. Mit Leuchtfeuern konnte so schnell die Kunde von einem Angriff weitergegeben werden.

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(Foto: David Gray/Reuters)

Die Große Mauer war errichtet worden, um das Kaiserreich vor Angriffen der Reitervölker aus dem Norden zu schützen, aber auch, um den Einfluss der "Barbaren" auf die chinesische Kultur zu unterbinden.

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Die eigene Bevölkerung litt unter dem Bau der Mauer. Vor allem Bauern wurden in den Norden geschickt und dazu verpflichtet, unter miserablen Bedingungen bei ihrer Konstruktion zu helfen. In der Hochphase sollen bis zu 20 Prozent der Bevölkerung daran mitgearbeitet haben. Manche Experten behaupten, dass das gigantische Projekt etwa 250.000 Menschenleben forderte, andere sprechen gar von über einer Million. Viele Chinesen nennen die Mauer auch den "langen Friedhof", obwohl nicht belegt ist, dass Leichen tatsächlich miteingebaut wurden.

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(Foto: REUTERS)

Der Bau der Mauer erstreckte sich über mehrere Dynastien. Etwa im 7. Jahrhundert vor Christus wurden die ersten Teile der Mauer im Qi-Herzogtum in der heutigen Provinz Shangdon sowie im Königreich Chu im heutigen Henan errichtet. In den folgenden Dynastien wurde immer wieder und immer weiter an der riesigen Mauer gebaut, so dass ihre Maße sehr unterschiedlich sind.

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(Foto: AFP)

Im Gebiet von Peking ist sie oben zwischen vier und acht Meter und an ihrem Fundament bis zu zehn Meter breit und ragt bis zu neun Meter in die Höhe. Auf diesem gut zu erreichenden Teil der berühmten Mauer ist man selten allein. Etwa zehn Millionen Menschen laufen jedes Jahr über die Mauer. Doch nicht überall ist sie so gut erhalten.

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(Foto: REUTERS)

Abseits der Touristenpfade, hier 80 Kilometer nordwestlich von Peking, wird oft nicht viel in den Erhalt des Denkmals investiert. Pflanzen erobern das verfallende Mauerwerk.

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(Foto: REUTERS)

Heute steht die Große Mauer nicht nur für die Stärke Chinas, sie gehört auch ...

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(Foto: AFP)

... zum Pflichtprogramm für ausländische Besucher, seien es Touristen oder Queen Elizabeth II, die mit Prinz Philip im Jahr 1986 über die Mauer spazierte.

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(Foto: dpa)

Auch Barack Obama war schon da und gab dabei so ein gutes Bild ab, dass der Hersteller seiner Jacke das Foto gleich auf Werbeplakate am New Yorker Times Square druckte.

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(Foto: REUTERS)

Die eindrucksvolle Kulisse wird für Fotoproduktionen, Modeschauen und früher sogar für Techno-Partys genutzt. Doch zum Schutz des Welterbes wurde dies 2006 verboten, auch das Herausbrechen von Steinen oder sonstige Verschandelungen werden bestraft.

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(Foto: Getty Images)

Nur selten drängen sich die Menschen so dicht auf der Mauer wie auf diesem Bild, meist nur an einem Tag: am ersten Januar, wenn Chinesen das neue Jahr auf ihrer großen Mauer begrüßen.

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