Byron Bay in Australien Die besten Tage
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In Byron Bay im äußersten Osten Australiens geben sich Badeurlauber als lässige Hippies - wenn sie sich das leisten können.
Keine Ahnung mehr, wie der Junge hieß, und vielleicht war es ja auch gar nie wirklich um ihn gegangen. Obwohl Holly das behauptet. Dass sie seinetwegen damals zum ersten Mal hinauf nach Byron Bay gekommen sei, eine Flugstunde nördlich von Sydney, um ihn bei einem Open-Air-Konzert zu treffen.
Eine Flugstunde nördlich von Sydney liegt Byron Bay.
(Foto: Grafik: Byron at Byron)Die Bay mit ihrem sanften, glänzenden Licht war da schon der Küstenstrich, an dem die Hippies surfen gingen und die Reichen auch; wo das Dasein sportlich ist und völlig diesseitig, obwohl New Age sehr zum Lifestyle gehört. Die total Spirituellen pflanzten zum Beispiel im Hinterland orangefarbene und lila Wimpel in den Urwald und riesige Kristall-Gesteine neben Buddha-Statuen aus Indonesien; sie beschilderten in ihrem Park den Weg der Erleuchtung als Lehrpfad.
Weil mit den Touristen inzwischen Geld zu verdienen ist, gibt es einen Apparat, der angeblich die Aura als Polaroid festhält. Holly ließ sich bei ihrem ersten Aufenthalt in Byron Bay die Haare abschneiden und blieb einfach da.
Lange her, die Haare sind wieder lockig und halblang, und aus Holly ist natürlich etwas Anständiges geworden. Sie arbeitet als Manager im Resort The Byron at Byron, das mit seinen puren Apartments einen sehr entspannten Stil pflegt. Nicole Kidman wohnte hier auch schon. Einmal kam sie in die Küche und lobte das Frühstück. "Yummy", sagte Kidman zu dem Koch.
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Seither sind sie dort natürlich alle von ihr noch mehr hingerissen. Lyn und John Parche haben das Resort aufgebaut, nachdem sie zuvor ihr ganzes Arbeitsleben lang als Manager Luxushotels weltweit aufpoliert hatten. Sie ist eine zierliche, nicht zimperliche Rothaarige, er ein kräftiger Typ, dem man anmerkt, dass er jahrelang im Business-Anzug steckte.
Die beiden sind seit 1978 verheiratet, und man hat den Eindruck, dass sie aus dem Lebensgefühl der siebziger Jahre die Liberalität behalten haben. Anders gesagt: Es könnte sein, dass sie immer noch viel Spaß haben. Lyn behauptet, ein Hotel zu führen, das sei wie in einer Ehe: "Du kannst nicht zwei Bosse haben." Also sagt sie einfach, John sei der Boss: "Wir haben eine klare Rollenverteilung."
Die meiste Zeit des Tages ist Lyn irgendwo auf der Bildfläche zu sehen, mit dem Sydney Morning Herald und dem Handy auf einem der Korbsofas im Freien, und immer bereit, sich um irgendeine Kleinigkeit zu kümmern. "Wir lieben das", sagt sie, "wir sind altmodische Hoteliers." Multimilliardär Gerry Harvey von Harvey Norman Holdings hat sein Geld in das Byron at Byron gesteckt und beim Aufbau voll und ganz auf Lyn und John vertraut. In dem schönen Resort steckt ihre ganze Erfahrung und außerdem Lyns mütterliche Seite.
Über Holly sagt Lyn, dass sie aus einer ausgezeichneten Familie stammt. Holly sagt, zu Hause seien sie mehr Kinder gewesen als in der Schule. Sie sagt das mit voller Absicht so, als ginge es um Karnickel.
Sie redet gern mit dieser scharfzüngigen Ironie, die man vielleicht als Teenager entwickelt, wenn man wie sie in den niedlichen Cottage-Dörfern der Blue Mountains aufwächst, dem konservativ geprägten und auf ökologischen Lebensstil versessenen Rückzugsgebiet der Intellektuellen und Künstler westlich von Sydney.
In diesem von Naturschützern gehegten Canyongebiet mit seiner guten Luft gibt es Seilbahnen, die aus der Schweiz importiert sind, reichlich Antiquariate und kleine Bio-Restaurants, die - natürlich hausgemachte - Apple-Pies und Marmelade anbieten.
Das Lebensgefühl der Bay ist dort so weit entfernt wie die schottischen Besitzungen der Queen.