British Landscape Photographer of the YearAlles im Fluss

Der Wettbewerb um den Titel "Bester britischer Landschaftsfotograf" zeigt die harmonische Seite des vom Brexit gebeutelten Landes. Viele Fotos sehen gar nicht so aus, als wären sie auf der Insel gemacht.

Von Katja Schnitzler

Mit dem Brexit ist in Großbritannien einiges in Bewegung geraten, vielleicht sogar aus dem Ruder. Harmonisch läuft der Austritt aus der EU wirklich nicht ab. Da ist es Zeit, mal wieder auf die schönen Seiten zu blicken: Auch bei den Gewinnern des Wettbewerbs "British Landscape Photographer of the Year" scheint alles im Fluss zu sein, selbst wenn das Motiv gar kein Wasser zeigt. Doch alle Bilder strahlen eines aus: Harmonie.

Siegerfoto "Diminutive Dune", Benjamin Graham (West Wittering, West Sussex, England)

Diese "kleine Düne" lenkt den Blick in Wellen dorthin, wo die Wogen sanft an Land rauschen. Das Kontemplative an diesem Motiv fand die Jury besonders bemerkenswert. "Sein Foto hat eine hypnotische Qualität, das wie ein Gegengift wirkt in turbulenten Zeiten", sagt Landschaftsfotograf Charlie Waite, der den Preis mit begründet hat. Auch in der Realität würden wir oft einfach nur am Meer stehen und hinausblicken, wobei sich die Seele erholen könne - oder aber man schaue lange genug dieses Bild an. Fotograf Graham selbst gefiel die Ungewissheit der Szene: "Die doppelte S-Kurve der Düne könnte zwei Meter lang sein oder 2000 - tatsächlich waren es etwa 20 Meter."

Bild: Benjamin Graham 2. November 2017, 05:252017-11-02 05:25:59 © SZ.de/ihe/liv