Per Schlauchboot durch Amerikas letzte Wildnis: Eine menschenleere Bergwelt mit der letzten stabilen Grizzly-Population der Welt. Die Bären sind unberechenbar - und hungrig.

Eines der schönsten Raftinggebiete weltweit ist hoch im Norden Amerikas zu finden. Auf den Flüssen Tatshenshini und Alsek bewegen sich Abenteuerurlauber tagelang durch eine spektakuläre, menschenleere Bergwelt.

Anzeige

Der vom Wasser in die Felsen gehobelte Korridor verbindet den Tatshenshini-Alsek-Provinzpark mit den Nationalparks Kluane (Kanada), Glacier Bay und Wrangell-St. Elias (beide USA). 1979 wurde das Gebiet von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt. Die eine Hälfte liegt ständig unter Schnee und Eis: die andere beherbergt die letzte stabile Grizzly-Population der Welt.

Der Bär löst sich vom Waldsaum und trottet in Richtung Fluss. Sein Fell glänzt in der Sonne. Hin und wieder hält er prüfend die Nase in den Wind. Die Rafts, mit denen die Urlauber unterwegs sind, hat er noch nicht registriert. Doch so weit wollen es die Führer erst gar nicht kommen lassen - laut schreiend laufen sie dem Grizzly entgegen.

"Ursus horribilis" in Aktion

Das Tier reagiert sofort: Es stellt sich auf die Hinterbeine und schaut - und rührt sich nicht vom Fleck. Während die Tourbegleiter die Rucksäcke über ihre Köpfe halten, um größer zu wirken, scheint der Grizzly in aller Ruhe nachzudenken.

Nach etwa 15 Sekunden dreht er sich langsam um und joggt zum Wald zurück. Der ist vielleicht 200 Meter von ihm entfernt. Doch der braune Riese erreicht ihn - nicht einmal sonderlich schnell laufend - in weniger als 20 Sekunden.

Die Kulisse ist Ursus horribilis - so der wissenschaftliche Name des Grizzlys - angemessen. Umgeben von mächtigen Viertausendern, mündet der Tatshenshini River hier in einem Kessel in den Alsek River.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 3 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt "Ihr seid jetzt Teil der Nahrungskette"
  2. Seite 2
  3. Seite 3
Leser empfehlen