Brenzlige Situationen im Flugverkehr"Adios, Amigo!"

Kindliche Fluglotsen, tollpatschige Kopiloten und beschwipste Kapitäne: Wer im Flugverkehr arbeitet, trägt eine große Verantwortung. Doch mitunter lässt das Pflichtbewusstsein der Berufsvertreter zu wünschen übrig. Zehn gefährliche Szenen aus Cockpit und Tower - die nur mit Glück nicht in einer Katastrophe endeten.

Bevor die Fahrt losgeht, ist die optimale Sitzposition einzustellen, damit gute Sicht auf Instrumente und sicheres Fahren gewährleistet ist. Das lernen Fahrschüler und wohl auch angehende Piloten am Anfang der Ausbildung, verbunden mit dem Hinweis, dass man den Sitz nicht während der Fahrt beziehungsweise des Fluges justieren sollte. Ein Kopilot der indischen Fluglinie Air India Express hat diesen Teil der Ausbildung offensichtlich übersprungen. 

Auf dem Weg von Dubai in die südwestindische Stadt Pune wollte der erst 25-Jährige seinen Sitz nach vorne verschieben und geriet dabei an einen Knopf auf der Instrumententafel: Das mit 113 Passagieren besetzte Flugzeug stürzte abrupt mit 26 Grad Neigung in einen Sturzflug.

Anstatt die Maschine wieder in eine normale Flugposition zu manövrieren, tat der Kopilot - nichts. Zum Zeitpunkt des Vorfalls saß er allein im Cockpit, der Kapitän war zur Toilette gegangen. In seiner Panik konnte der junge Pilot noch nicht einmal die Cockpittür öffnen, die aus Sicherheitsgründen von innen verriegelt war.

Mit Hilfe eines Geheimcodes verschaffte sich der Chefpilot schließlich Zutritt und übernahm das Steuer. Hätte die Boeing 737 ihren Sturzflug fortgesetzt, so die indische Luftfahrtbehörde in einer Stellungnahme, wäre sie wohl auseinandergebrochen. Und weiter: Der junge Pilot sei auf den Umgang mit einer solchen Situation nicht vorbereitet gewesen.

Mit Material von AFP

Bei anderen Fluglinien keine Selbstverständlichkeit: das mit Pilot und Kopilot besetzte Cockpit einer Qantas-Maschine

Bild: AFP 9. November 2011, 08:062011-11-09 08:06:51 © sueddeutsche.de/jobr