Bildband Hart am Wind

Bausünden, Zweckbauten, Lagerplatz, das gibt es auch auf Sylt. Der Fotograf Thomas Henning zeigt neben viel Natur und Schönem das andere Gesicht der größten Nordsee-Insel - sonst wäre sie ja fast nicht zu ertragen.

Von Stefan Fischer

Ein provokanter Gedanke: Ohne die vielen Bausünden wäre Sylt nicht zu ertragen. Denn dann gäbe es nur die Reetdachvillen der Reichen, und diese Großkopferten hätten sich die Insel längst komplett angeeignet. Für Normalbürger verboten! Aber so ist es eben nicht, das zeigt der Fotograf Thomas Henning in seinem Band "Sylt" (Junius Verlag, Hamburg 2017. 112 Seiten, 19,90 Euro) deutlich. Die Insel hat beileibe nicht nur schöne Seiten, und sie sind genauso charakteristisch wie die Attraktionen.

Henning nimmt beides in den Blick, die Zweckbauten und Lagerplätze, die Hinterhöfe und Regentage auf der einen Seite. Dann aber immer wieder auch etwas von dem, weswegen mehr als eine Million Menschen pro Jahr Sylt besuchen. Die Strände und den Wind zum Surfen und Kiten. Die Vegetation und die Sonne über dem Meer. So entsteht ein recht hemdsärmeliges Bild dieser Insel, die sich gerne mondän gibt und das vielerorts auch ist. Aber auch andere Seiten hat.