Bayreuth erhält Unesco-Titel 2012 Deutschlands Welterbe im Überblick

Deutschland hat mit dem Opernhaus in Bayreuth nun 37 Orte, Gebäude und auch Wälder, die zu den größten Schätzen der Menschheit zählen.

Das deutsche Welterbe auf einer interaktiven Karte

Die Unesco hat das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth einstimmig zum Weltkulturerbe ernannt. Der barocke Prachtbau sei eines der wichtigsten architektonischen Zeugnisse der absolutistischen Gesellschaft im 18. Jahrhundert, begründete das Welterbe-Komitee aus 21 Mitgliedern in Sankt Petersburg seine Entscheidung. Dagegen blieb der Kurfürstlichen Residenz im baden-württembergischen Schwetzingen die Anerkennung erneut verwehrt. Das Unesco-Komitee ließ nach heftiger Debatte aber einen neuen Antrag von Schwetzingen grundsätzlich zu. Nach Bayreuths Aufnahme in die Welterbe-Liste gibt es in Deutschland nun insgesamt 37 dieser einzigartigen Kultur- und Naturstätten der Menschheit, weltweit sind es mehr als 900 in 153 Ländern. Mehr über die einzelnen deutschen Welterbestätten erfahren Sie auf der interaktiven Karte:

Unesco Welterbe in Deutschland

Bayern hat mit Bayreuth nun sieben Universaldenkmäler. Der Freistaat will die Oper in den kommenden vier Jahren für knapp 19 Millionen Euro restaurieren. Das Gebäude wurde 1746 bis 1750 erbaut und ist immer noch in seiner ursprünglichen Form erhalten. Auftraggeber für den Bau war das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine von Brandenburg-Kulmbach. Die oberfränkische Stadt hofft nun auf mehr Touristen.

Auf der 36. Sitzung des Unesco-Welterbekomitees gab es insgesamt mehr als 30 Anträge von Kultur- und Naturstätten. Neben Bayreuths Oper wurden beispielsweise auch Orte in Malaysia, Kanada, Iran und im Golfstaat Bahrain aufgenommen. In Europa kürte die Unesco etwa die portugiesische Grenzstadt Elvas.

Weltweit am bekanntesten unter den Neuaufnahmen sind die Geburtskirche Jesu Christi und der Pilgerweg in Bethlehem. Dieser Neuzugang ist politisch umstritten, weil es sich um einen Eilantrag der Palästinenser handelte und die Anerkennung von ihnen als Schritt in Richtung eines autonomen Staates gewertet wird. Experten hatten keine Empfehlung für den politischen Antrag gegeben. Auch Deutschland hatte die Dringlichkeit abgelehnt und sich für ein normales Aufnahmeverfahren ausgesprochen. Die Palästinenser sind erst im vergangenen Jahr gegen den heftigen Widerstand von Israel und den USA als Vollmitglied in die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) aufgenommen worden.

Die Entscheidungen im Welterbe-Komitee mit Experten aus mehr als 180 Ländern werden mehrheitlich auf Grundlage von Expertengutachten getroffen. Ausschlaggebend dafür sind der universelle Wert der Stätte sowie ein Plan, der den Erhalt für künftige Generationen sicherstellt. Das Übereinkommen der Unesco zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt wurde 1972 verabscheidet.