Bahnreise durch ChinaIn diesen Zug steigen Touristen eigentlich nicht

Steinharte Sitze, überfüllte Waggons und Chinesen, die stundenlang auf Ausländer starren: Warum sich diese Reise von Peking nach Shanghai trotzdem lohnt.

Das Abenteuer Holzklasse beginnt vor der Abfahrt: In riesigen Wartehallen sitzen Familien auf Plastiktaschen, randvoll mit Reiseutensilien. Metallgitter halten hunderte Menschen zurück, bis der Zug einfährt. Erst dann stürmt die Masse los - um sich geordnet und zielstrebig auf die Waggons zu verteilen. Plötzlich stehen die Touristen allein am Gleis und der Schaffner muss helfen, damit sie noch rechtzeitig das passende Abteil zum Ticket finden.

Kaum ein westlicher Urlauber steigt in die gemächlichen Personenzüge, auch K-Züge genannt. Auf ihrer Route zwischen Peking und Shanghai halten sie an entlegenen Orten wie dem mittelalterlichen Pingyao und unweit der buddhistischen Höhlenanlage, den Yungang-Grotten. Sie stehen zwar auf der Liste des Weltkulturerbes, liegen aber fernab der Touristenrouten. Viele Chinesen nutzen die günstigen K-Züge, um Verwandte in weit entfernten Provinzen zu besuchen - eine zehnstündige Fahrt kostet nur wenige Euro. Für die Strecke aber sollte man sich mehrere Tage Zeit nehmen.

Bild: REUTERS 25. Januar 2018, 13:262018-01-25 13:26:53 © SZ.de/kaeb/rus