Überfüllte Züge und verschmutzte Waggons: Pendler berichten von ihren Erfahrungen mit der Bahn.
Die Kritik der SZ-Leser an den Leistungen der Deutschen Bahn im bayerischen Nah- und Regionalverkehr reißt nicht ab. Hier einige weitere Auszüge aus Ihren Zuschriften:
Wo bleibt der Zug? Verspätungen im Regionalverkehr der Bahn sind in diesen Wochen eher die Regel denn die Ausnahme. (© Foto: Catherina Hess)
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"Die derzeitigen Zustände bei der DB erinnern an ein Entwicklungsland, ich habe selbst in Lateinamerika bessere Erfahrungen mit dem Bahnverkehr gemacht", sagt Mark Eylitz aus München. "Als langjähriger Bahnfahrer, vor allem auch auf Fernstrecken, kann ich auf keinen pünktlichen Zug in den vergangenen Monaten zurückblicken."
"Ich pendle seit 28 Jahren zwischen München und Augsburg. Ein solches Chaos wie seit dem Fahrplanwechsel gab es noch nie - und glauben Sie mir, ich habe in der Zeit viel erlebt", berichtet G. Henning. "Ich habe eine ICE-Monatskarte zum Preis von 239 Euro, doch abends zwischen 17 und 18 Uhr gibt es keine ICE-Verbindung mehr nach Augsburg. Es fährt nur ein IC, in diesem Zug findet man aber beim Einstieg in Pasing nur noch einen Stehplatz, da er wesentlich kürzer ist als der ICE, meist fehlen drei Waggons."
"Ausgebildete Nahkämpfer fahren bequemer. Dieser Eindruck drängt sich mir am Morgen am Bahnsteig vier des Augsburger Hauptbahnhofs auf", kritisiert Franz Hanglberger. "Trauben von Pendlern versuchen sich in die beste Ausgangsposition, sprich: Einstiegsposition zu bringen. Wohl wissend, dass nur ein kurzes Zögern die Chance auf einen Sitzplatz in der zweiten Klasse zunichte macht. Im Auto wird man unter Strafe zum Gurten angehalten, auf den Skipisten steht die Helmpflicht kurz vor der Umsetzung. Aber in den Zügen steht man ungesichert. Eine harte Bremsung, und die Pendler holen sich blutige Nasen."
Stefan Vondung schreibt, dass er seit 20 Jahren als Pendler auf der Strecke Kaufering - München unterwegs ist. Dabei hat er folgende Erfahrung gemacht:
"Was bei der DB bestens funktioniert, sind Signal- und Weichenstörungen und natürlich die jährliche Fahrpreiserhöhung. Zum Glück fährt auf meiner Strecke auch der ,Alex' (eine Privatbahn), der so ziemlich überall das Gegenteil von der DB ist: schnell, pünktlich, bequeme Sitze, freundliches Personal und zügige Informationen bei Pannen."
P. Linssen ist täglich mit der Bahn zwischen Bamberg und Erlangen unterwegs. Er schreibt: "Seit der Fahrplanänderung ist das Chaos nur noch schlimmer geworden. Früher fuhr der Zug um 5.55 Uhr und war schon nie pünktlich. Nun fährt der Zug bereits um 5.49 Uhr und kommt wieder zu spät. Zudem wird oft eine Bimmelbahn mit nur drei Wagen eingesetzt, die nicht gereinigt sind."
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Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Träumen, planen, reisen
... fahre ich nicht mehr mit der Bahn. Nachdem mich die Unpünktlichkeit fast meinen neu angetretenen Job gekostet hätte, fahre ich wieder mit dem Auto zur Arbeit.
Vorher hatte ich mich schon darüber geärgert, dass man im Zug sein Ticket nicht mehr ohne Aufpreis beim Schaffner kaufen kann. Besonders ärgerlich, wenn man mal in letzter Sekunde gerade noch den Zug erwischt und es nicht mehr schafft sich ein Ticket zu holen, was bei der bescheuerten Menu-Führung der Automaten jedes mal Zeit und Nerven kostet. Auch wenn man es nicht eilig hat. Dann kann man sein Ticket nicht mit allen Scheinen bezahlen, sondern sollte es wohl, nach Meinung der DB, am besten abgezählt bereit haben etc etc etc
Unter Kundenorientierung und gutem Service verstehe ich jedenfalls etwas anderes.
Die Züge - egal ob in stoßzeiten im nahverkehr und fast immer im fernverkehr- sind so überfüllt, dass ein geordnetes verlassen, im fall einer notsituation, unmöglich wäre.
menschen und koffer (für die es nicht genügend abstellmöglichkeiten gibt) stehen in den gängen und auf den plattformen zwischen den waggons.
bei jedem öffentlichen gebäude gibt es fluchtwege - in den zügen kannst du das vergessen. oft kommen nicht mal mehr die zugbegleiter durch und verzichten deshalb auf fahrkartenkontrollen, solange, bis ein teil der gäste ausgestiegen ist, wie z.b. bis frankfurt flughafen.
lösungsvorschlag: wie im flugzeug. ist der wagen voll, kann mit diesem zug eben keiner mehr mitfahren. in spanien haben sie mit dem fahrschein einen zugewiesenen sitzplatz - wie im flugzeug.
und mehr freie stellflächen für koffer.
jeder physiotherapeut und jeder facharzt für orthopädie muss eine krise bekommen, wenn er zuschaut, wie sehr sich die menschen abplagen müssen, um ihre schweren koffer nach oben zu stemmen. und weil es die meisten nicht können, wird der koffer halt im gang abgestellt.
unmögliche zustände bei völlig überhöhten preisen, wenn man das preis-leistungsverhältnis analysiert.
weshalb streiken wir, die fahrgäste eigentlich nicht???????
Obwohl die Bahn noch nicht privatisiert ist, lässt Tiefensee Mehdorn agieren, wie er möchte.
Mehdorn - bitte nicht lachen- nannte einmal Napoleon als sein Vorbild, wobei sich mir nicht erschliessen will, welche Gemeinsamkeiten bis auf die Körpergröße und ein gewisse Hybris vorhanden sind.
Mehdorn saugt aus der DB soviel Geld wie nur möglich, um überall in Europa Zukäufe an Bahnen zu tätigen.
Auch Schenker, einer der weltgrößten Logistik-Dienstleister gehört der DB
Mehdorn sieht sich nicht als Mann der die öffentliche Daseinsvorsorge für den Bürger schafft.
Er sieht sich als Wirtschaftslenker, als Macher. Zu dem Themenkomplex gehören noch die potentiellen Investoren, die sich das Staatsvermögen für einen Bruchteil der tatsächlichen Wertes einverleiben möchten. Es gibt Verbindungen zur Politikern, die im hohen Maße davon profitieren.
Die Privatisierung macht nur für diesen Personenkreis Sinn.
... und deutlich schneller sind die Züge in Japan auch noch.
"Fahrt doch mal in irgendeinem anderen Land Bahn! Und dann kommt heim und entschuldigt Euch. (Und bitte nur Vergleiche mit Ländern mit einem ähnlichen Verkehrsaufkommen! Die Mini-Länder, in denen drei Züge zwischen zwei Städten hin- und herfahren, schaffen natürlich bessere Werte...)"
Ich empfehle mal einen Besuch in dem Miniland Japan. Da sind die Züge pünktlich (und das bedeutet in Japan sekundengenau pünktlich), halten zentimetergenau an den vorgesehenen Einstiegsstellen und sind sehr sauber.
Ein Aspekt, der nicht der Bahn anzulasten ist: Die japanischen Fahrgäste gehen wesentlich rücksichtsvoller miteinander um.
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