Von Beate Hitzler

Holz, Bambus und Leder sind durchaus noch gefragt, allerdings mehr bei den Puristen. Ansonsten gibt es auch beim Telemarken Plastik und Hightech.

Bei den Ski werden heute neben den relativ gerade geschnittenen Telemark-Klassikern vor allem taillierte Alpin- / Carve-Modelle angeboten, die sich genauso gut auch für Tiefschneefahrten eignen. Sie sind etwas leichter, an der Schaufel elastischer und werden höchstens in Körpergrößen-Länge gefahren.

Wer kein Telemark-Purist ist greift längst zu Karbon und anderen Hightech-Materialien (© Foto: Telemark2002)

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Zum Lernen genügen ausrangierte Alpinski

Aus Sicht der Skigeometrie spricht übrigens nichts dagegen, die neuen Alpin-Carvingmodelle oder sogar die ausrangierten Alpinski der letzten Jahre mit einer Telemarkbindung versehen, zum Schnuppern oder Lernen herzunehmen. Doch Achtung: die Oberfläche dieser Ski muss über der Bindung einiges an Belastung aushalten können, da durch die spezielle Schritttechnik viel höhere Kräfte vor allem auf die Schrauben der Bindung wirken. Daher hat zum Beispiel der österreichische Hersteller Fischer drei Modelle unter seinen Alpin-Ski so ausgerüstet, dass sie rundum "telemarktauglich" sind.

Jede Menge Technik steckt auch in der neuen Schuh-Generation. Die nämlich - zumeist aus Plastik - soll ja flexibel sein für den Telemarkschritt aber gleichzeitig auch Fuß und Knöchel schützen. So sind die Stiefel heute fast nicht mehr zu unterscheiden von den Alpinen. Sie haben zwei bis vier Schnallen, meistens einen Rist-Klettverschluss, sind fast genauso schwer und reichen über den Knöchel. Charakteristisch ist die Falte am Rist. Ein biegsames Teil, damit die Ferse hochgehen kann und die etwas längere Schuhspitze, mit oder ohne drei Löcher, je nach Bindungssystem.

Zu den meist italienischen Schustern wie Garmont und Scarpa gehört auch Crispi mit einem der leichtesten Kunststoff-Schuhe auf dem Markt. Alle Anbieter verkaufen auch Lederschuhe mit kunsstoffverstärktem Schaft oder reine Schnür-Lederschuhe. Sie sind preisgünstiger als ihre modernen Kollegen, werden dafür allerdings fast ausschließlich beim Telemark-Wandern eingesetzt. Schuhe gibt es ab 400, die teuren Rennmodelle kosten um die 1000 Mark.

Bindungen nach dem Anspruch auswählen

Drei Bindungstechniken sind derzeit angesagt: die bei Wettkämpfen von der FIS vorgeschriebene Sicherheitsbindung. Sie gibt bei Stürzen oder beim Stangeneinfädeln den Ski frei, die Bindung bleibt dabei am Schuh haften. Kostenpunkt: zwischen 250 und 400 Mark. Ideales Allround-Model ist die 3-Pin Norm-Bindungen mit Backen vorne und drei Zapfen, in die die vordere Verlängerung der Schuhsohle verankert wird und den Schuh sehr stabil fixiert, ihn allerdings auch ziemlich verschleißt.

Ähnlich stabil ist auch die Kabelzugbindung. Wer allerdings mehr Touren geht oder oft bei schlechtem Schnee unterwegs ist nimmt am besten die Kombination: eine 3-Pin-Bindung mit Kabelzug. Zu den Bindungs-Anbietern gehören unter anderem Rottefeller, Voile, 3G, Black Diamond und Fritschi.

In Sachen Skistöcke werden die gleichen Modelle wie beim Skilaufen verwendet, allerdings sollten sie 10 bis 15 Zentimeter kürzer sein. Nostalgiker, die nur einen einzelnen Stock dabei haben, wählen ihn etwa 40 cm länger als die eigene Körpergröße. Da das Knie des Bergskis oft nur ganz knapp über dem Schnee streift empfehlen sich Knieschützer, etwa die, die auch beim Inline-Skaten getragen werden.

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