Alpenvereine und Umweltschutzverbände protestieren gegen die Aufstockung der Alpen. "Die Pläne für das Klein Matterhorn widersprechen allen unseren Leitlinien", sagt Jörg Ruckriegel, Ressortleiter Natur und Umweltschutz beim Deutschen Alpenverein.
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"Erschreckend und irritierend" nennt die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz das Projekt und warnt mit Blick auf ähnliche Vorhaben in Davos, Arosa und Laxeralp vor einem "unsinnigen Turmwettkampf" in den Schweizer Alpen.
Auf der Laxeralp im Wallis war ein 117 Meter hohes Turmhotel geplant, dessen obere Stockwerke sich einmal am Tag um die eigene Achse drehen. Im Herbst 2007 sollte der vom Berner Architekturbüro X6 entworfene Alpen-Wolkenkratzer eigentlich eröffnet werden. Doch der Investor zog seine Pläne zurück, als absehbar war, dass sich das monströse 60-Millionen-Projekt nicht würde durchsetzen lassen.
Denn der Baugrund liegt an der Grenze zum Aletschgletscher - ein Wolkenkratzer hätte den Status des Gebiets als Unesco-Weltnaturerbe ankratzen können.
Andernorts haben Umweltschützer einen Baustopp erwirkt.
Auf dem 2653 Meter hohem Weisshorngipfel bei Arosa ist ein neues Bergrestaurant geplant, ein markantes Sechseck aus Metall und Holz. Umweltschützer haben beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerde eingelegt, weil "mit dem Gebäude eine künstliche Erhöhung des Berges stattfinden und die Silhouette verändert würde".
Um die Neubebauung der Schatzalp in Davos gibt es ebenfalls Diskussionen. Die Basler Architekten Herzog & de Meuron, die das Olympiastadion in Peking und die Allianz-Arena in München entworfen hat, planen für die Schatzalp einen 105 Meter hohen Wohnturm. Initiator ist Pius App, Besitzer des Jugendstilhotels auf der Schatzalp, das Thomas Mann einst zu seinem "Zauberberg" inspirierte.
Die Bevölkerung ist gespalten - die eine Hälfte wehrt sich dagegen, dass Hochhäuser auf die Alm gesetzt werden, die anderen erhoffen sich steigende Übernachtungszahlen. Bei einer Abstimmung sprachen sich 54 Prozent der Davoser für das Schatzalp-Projekt aus.
"Der Turm geht sparsam mit dem Boden um, lässt die Landschaft unberührt und erspart lange Erschließungswege", argumentieren die Architekten. Die Turm-Fans finden, dass ein Hochhaus das Image von Davos als "Alpenmetropole" zementiere - und sie meinen das durchaus positiv.
Ob solche Bauten tatsächlich einen Imagegewinn bringen, ist fraglich. Seitdem Zermatt Tourismus das Matterhorn-Hotel angekündigt hat, empören sich auf der Internet-Plattform des Ortes aufgebrachte Gäste.
"Projekt Größenwahn" ist noch eine der freundlicheren Bezeichnungen für die Pyramide. Das Verhältnis zwischen dem Initiator Heinz Julen und den Kritikern ist angespannt.
Schon einmal wollte Julen das ungewöhnlichste Hotel der Schweiz betreiben. Es hieß "Into the Hotel", verfügte über einen unterirdischen See und drehbare Zimmer. Sieben Wochen nach der Eröffnung im Jahr 2000 musste es schließen, wegen Baumängeln.
Seitdem hat es Julen noch schwerer, seine utopischen Ideen durchzusetzen. Einmal schlug er vor, das Matterhorn zu sprengen, um die Leute im Tal aus ihrer Lethargie zu reißen.
Das Ding steht immer noch.
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(SZ vom 19.9.2007)
Bergkirchweih in Erlangen
Träumen, planen, reisen
Schweizer Käse!!!
wenn die berge ins tal kommen, machen ein paar tonnen stahl und beton mehr auch nichts mehr aus;)