In der Atacama-Wüste konfiszieren Polizisten die Alkoholvorräte der Busreisenden. Und das am regenärmsten Ort der Welt.
Am Ende der Reise läuft die Panamericana im rechten Winkel auf das Meer zu. Ich könnte das Auto ins Wasser fahren. Dann wäre aber die Autovermietung sauer. Deshalb steige ich aus, bevor ich in den Pazifik tauche. Das Wasser hat maximal zehn Grad. Die Besatzung eines Fischerboots schaut mir zu. Ich flüchte ans Ufer.
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(© Grafik: S. Schrott)
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Da stehe ich also in meiner nassen Boxershort und blicke auf ein ziemlich hohes Denkmal. Eine Art Zirkel, der auf einem steinernen Kompass steht. Die Kompassnadel ist mit Graffiti beschmiert. Im Kreis sind Bronzetafeln angeordnet, eine für jedes Land, durch das die Panamericana führt. Kanada haben sie vergessen.
Ich drücke den Korken aus der Champagnerflasche und versuche, nicht alles zu versprudeln. Christian macht Fotos.
Ich kenne ihn aus Berlin. Jetzt wohnt er in Buenos Aires. In Santiago de Chile haben wir uns getroffen, um zehn Tage zusammen zu reisen. Christian klopft mir auf die Schulter: "Coole Aktion".
Wir befinden uns an der Südspitze der Insel Chiloe im Süden Chiles. Von hier aus gibt es keine Straße mehr, nur Fähren weiter hinunter, bis Feuerland. Auf einer der Bronzetafeln steht, dass es von Anchorage in Alaska bis hierher nach Quellon in Chile ziemlich genau 22.000 Kilometer sind. Das ist ziemlich weit.
Meistens bin ich gar nicht auf der Panamericana gereist. Das wäre zu langweilig. Erst die Umwege zu hohen Bergen und leeren Stränden haben aus der Reise den Trip meines Lebens gemacht.
Wenn ich also die Umwege mitzähle, dann waren es wohl nicht ganz, aber fast 30.000 Kilometer. Einmal Erde, von oben bis unten.
In Chile lässt es sich dann nicht mehr vermeiden, auf der Panamericana zu reisen. Das Land ist zu schmal und lang für mehrere Autobahnen nebeneinander. Kurz nach Antofagasta wird die "Pana", wie die Menschen hier sagen, zum ersten Mal seit Mexiko wieder vierspurig. Die Busse sind bequemer als jeder Greyhound.
Kurz nach Antofagasta steigen an einer Mautstation zwei Polizisten ein. Sie konfiszieren Alkohol. Offenbar hatte der Fahrer gemeldet, dass ein paar Passagiere auf dem Rückweg zu ihren Familien sich fröhlich ins Wochenende trinken. In Chile herrscht Ordnung. Auch wenn Pinochet seit ein paar Wochen tot ist.
Der Abstand im Lebensstandard zwischen Bolivien und Chile ist größer als zwischen Chile und Deutschland. Es kommt mir vor, als sei ich daheim. Hinter mir sitzt ein junges deutsches Paar. Die Frau zittert, weil sie eine Email mit dem Ergebnis ihrer Lehramtsprüfung bekommen hat, aber das Attachment nicht öffnen konnte.
Der Grenzübergang zwischen Chile und Bolivien liegt auf fast viertausend Metern. Eine Stunde später, nach steiler Abfahrt auf frisch geteerter Straße ohne Kurven, waren wir in San Pedro de Atacama angekommen. Erst dort durchsuchte die chilenische Grenzpolizei das Gepäck. Einem Amerikaner nahm sie Kokablätter ab.
Die Atacama-Wüste ist einer der trockensten Orte der Erde. Es gibt dort angeblich Flecken, auf die es noch nie geregnet hat. Ich war schon in Bolivien ziemlich lange in der Wüste und würde ganz gerne mal wieder grüne Pflanzen sehen. Am Terminal gibt es noch genau einen Platz für den Nachtbus nach Santiago. Ich zögere nicht.
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Bergkirchweih in Erlangen
Träumen, planen, reisen
Habe jahrelang in Chile gelebt und kann nur besätigen, was schon zu oft auf dieser Kommentar-Seite gesagt werden musste: der Autor des Artikels ist leider ein, verzeihen Sie mir den Ausdruck, totaler "Vollpfosten".
Ich habe selten so unqualifizierte und schlechte Aussagen über Südamerika gelesen wie von diesem Autor. Natürlich handelt es sich dabei nicht um eine ausführliche Reisedokumentation, geschweige denn einen Reiseführer.
Aber diese "Eindrücke", die vom Autor vermittelt werden, sind schlichtweg übertrieben und geben ein vollkommen falsches Bild wieder. Das wird am besten am Chile-Artikel deutlich - das Niveau des Artikels ist einfach nur bemitleidenswert. Wenn man schon nicht die Zeit hat, zumindest sich etwas mit Kultur, Landschaft und dem Leben dort auseinander zu setzen, sollte man solch unqualifizierte Aussagen unterlassen!
Das Niveau des Schreibstils ist setzt dem ganzen noch die Spitze auf: weder lustig, noch unterhaltsam und schon gar nicht informativ. Schade, SZ, dass Ihr so jemandem die weite Reise nach Südamerika ermöglicht.
wenn man den verlauf der kommentare der panamericana-berichte herrn jacobis so liest, könnte man meinen, es handle sich bei ihnen allen um südamerika-spezialisten, welche die pietät im umgang mit anderen kulturen mit dem löffel gefuttert haben.
bei all dieser überzogenen und grossteils unangebrachten kritik könnte man eher meinen, es bricht einfach der blanke neid durch, dass sie ihr bescheidenes, unaufgeregtes dasein in mitteleuropa fristen müssen, während ein junger mann einen kontinent bereist, die laut eigener aussage zur "reise seines lebens" wurde. dies mit zum teil arroganter kritik zu überschütten finde ich sehr schwach.
alleine eine solche reise zu unternehmen liegt sicher weit über der charakterlichen möglichkeit vieler von ihnen und allein schon ihre reaktion zeigt, dass sie etwas derartiges in ihrem leben wahrscheinlich noch niemals realisiert haben. sonst gäb es eben eine solche unqualifizierte reaktion nicht, zumindest nicht in dieser form. etwas nachdenken wäre ratsam, bevor man in die tasten haut - oder manchmal einfach: klappe halten.
ich jedenfalls fand die berichte gut, die ich von anfang an verfolgt habe. ich fand sowohl den schreibstil interessant und an den inhaltlichen aussagen war meiner meinung kaum was auszusetzen. man sollte nicht vergessen, dass es sich hier um eine kleine reisedokumentation handelt und nicht um das leitbuch zur einführung in den umgang mit der lateinamerikanischen kultur. dafür halte ich es für durchaus gelungen und unterhaltsam.
dafür danke dem autor und gute heimreise!
Dieser Mann bleibt wohl besser zu Hause und reist im Kopf oder in seinen Büchern. Das kann er wohl besser als auf fremde Länder oder Menschen zuzugehen.
Da gibts oder gab es, zum Glück doch ganz andere Kaliber! Ich denke hier gerne an Bruce Chatwin, der doch echten Einblick in fremde Kulturen zu vermitteln wussten.
... das war auch gar nicht schön....
Paging