Zivilisationsverwöhnte Paviane drohen vor der Fußball-WM in Südafrika ein echtes Sicherheitsrisiko für Touristen zu werden.

Im Südwesten Südafrikas beherrschen sie oft das Straßenbild - Bärenpaviane zeigen auf ihrer Nahrungssuche die Zähne. Die auch Tschakmas genannten Tiere haben alle Scheu vor Menschen abgelegt und fallen häufig über Häuser und Picknickplätze her. In einem Fall starb sogar ein alter Mann, der von Pavianen umgestoßen worden war. "Ihr Verhalten ist unerträglich. Sie wollen nicht töten, aber wenn wir sie gewähren lassen, sind Verletzungen während der Weltmeisterschaft sicher", sagt Primatenforscher Justin O'Rian von der Universität Kapstadt.

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(© dpa/Brüllaffe)

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Den Forschern zufolge leben die Affen nach einer einfachen Logik: Ein geklautes halbes Toastbrot bringt genausoviel Energie, wie sonst auf einer ganztägigen Nahrungssuche zusammenkommt. Das schafft Freizeit für angenehmere Beschäftigungen wie Sozialkontakte oder Geschlechtsverkehr. "Sie sind äußerst intelligent", sagt Linden Rhoda, die eine Gruppe von 60 Experten leitet, die die Bärenpaviane überwachen, damit sie sich von menschlichen Lebensräumen möglichst fernhalten. "Ihre natürliche Furcht vor Menschen ist vergangen, deswegen haben wir hier auf der Halbinsel auch solche Probleme. Sie müssen wieder begreifen, dass die Menschen nicht ihre Freunde sind."

Dies müsste vor allem einer der Affen verstehen: Fred, ein riesiger Pavian, der schon drei Touristen gebissen hat und regelmäßig Panik bei den Besuchern des Kaps der Guten Hoffnung verbreitet. Dort ist die Landschaft mittlerweile mit Schildern gepflastert: "Die Paviane nicht füttern!" Darauf wartet Fred ohnehin nicht. "Sein Job ist es, Autotüren zu öffnen", erläutert Mark Duffell, dessen Gruppe sich einzig mit der Überwachung von Fred und seiner Horde befassen. "Meistens kommt er mit einer Tasche wieder. Und man sollte lieber nicht versuchen, die zurückzubekommen, bevor er sie nicht ganz durchgewühlt hat."

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