Wasser tropfte von der Kabinendecke, die Crew schien übernächtigt und die Reifen waren defekt: Nach der Zwischenlandung einer Tupolew-Maschine in Bordeaux wollten die Passagiere nicht mehr einsteigen.
Nach dem tödlichen Flugzeugabsturz des polnischen Präsidenten, Lech Kaczynsky, hat ein altersschwaches Flugzeug in Südwestfrankreich die Passagiere in Panik versetzt: Die Fluggäste weigerten sich nach einem von der Luftfahrtaufsicht angeordneten Reifenwechsel bei einem Zwischenstopp in Bordeaux, wieder in die russische Tupolew einer ägyptischen Fluggesellschaft zu steigen, wie der französische Reiseveranstalter Marmara und Fluggäste mitteilten.
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"Wir hatten Angst um unser Leben", sagte der Arzt Yacine Benchemam. "Wir hatten den Unfall des polnischen Präsidenten im Kopf, als wir gehört haben, dass es eine Tupolew ist." Es sei unzumutbar, dass Marmara seine Kunden "in einem Schrottflugzeug" reisen lasse.
"Das Flugzeug war in einem äußerst heruntergekommenen Zustand", berichtete der Arzt: "Keine Rückenlehne hielt, die Kabine wackelte, von der Decke tropfte Wasser." Sämtliche Passagiere seien "sehr angespannt" gewesen. Die ägyptische Besatzung habe weder Englisch noch Französisch gesprochen; die Crewmitglieder hätten ihm auf Arabisch gesagt, dass sie "seit 24 Stunden" nicht mehr geschlafen hätten, sagte Benchemam.
Der Reiseveranstalter erklärte, er habe erst in letzter Minute erfahren, dass statt der Fluggesellschaft Koral Blue die Airline Cairo Aviation den Charterflug nach Ägypten übernommen hatte. Die 166 Fluggäste wurden schließlich mit einer anderen Maschine an ihren Urlaubsort gebracht, wie es am Flughafen hieß.
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(AFP/dd)
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Träumen, planen, reisen
Interessante Geschichte, wenigstens hat Ihr Reiseveranstalter ehrlich und schnell reagiert.
Das man Sie im Flieger gelassen hat ist allerdings - leider - normal. Wenn man Sie aus dem Flieger gelassen hätte wäre das für die Airline recht teuer geworden - Flughafengebühren.
Außerdem konnte der Pilot so schneller auf einen freien Slot in München reagieren.
Allerdings hätte man Sie aus dem Flugzeug schicken müssen als das Flugzeug betankt wurde, nur Zeitmangel berechtigt eigentlich die Airlines dazu so eine wichtige Sicherheitsmaßnahme beim Betanken zu unterlassen. Soviel zu Geld und Verantwortung für das Leben der Passagiere.
Ich hoffe mal, daß beim Betankungsvorgang wenigstens ein voll einsatzbereits Feuerwehrauto neben Ihrer Maschine stand, das ist nämlich Pflicht beim Betankungsvorgang mit Passagieren in der Maschine.
Wieso müssen immer erst Tragödien passieren, daß die Leute wach werden? In 2 Wochen ist der Absturz in Polen vergessen und man steigt wieder in jeden x-beliebigen Seelenverkäufer, weil es ja so schön billig ist.
Anscheinende ist immer noch nicht klar, daß man hier für ca. 50-150 EUR mit seinem Leben spielt, nur weil man unbed. die billigste Airline haben will.
Wenn keiner mehr Reisen mit Seelenverkäufern bucht werden die von ganz alleine aussterben.
... konnte aufgrund dichten Nebels in MUC nicht landen und wich deswegen nach Stuttgart aus. Dort sollte er warten und seinen Flug nach München dann fortsetzen, wenn sich der Nebel verzogen hätte.
An dem Tag verzog sich der Nebel jedoch kaum und so mußten die Passagiere 4 Stunden lang im Flugzeug ausharren. In der Zeit wurde das Flugzeug nicht ver- oder entsorgt. Lediglich auftanken konnte es (Passagiere mußten während dessen angeschnallt sitzen bleiben.) Nach gewisser Zeit wurden Toilettenbesuche unmöglich und die Getränke gingen aus. Zur Ungewissheit, wann es weiter gehen kann, kam das Gefühl zwangsweise festgehalten zu werden. Schließlich wurde es so spät, dass eher wieder mit Verdichtung des Nebels als mit weiterer Auflockerung gerechnet werden mußte.
Nach telefonischer Auskunft des Reiseveranstalters, dass die Maschine deswegen nicht bei Nebel landen könne, weil die Piloten das noch nie gemacht haben, weigerten sich schließlich die Passagiere mehrheitlich, mit dem Flieger und der Besatzung nochmal abzufliegen. Es kam fast zu einem Aufstand im Flugzeug, der schließlich darin mündete, dass man aussteigen durfte. Statt des Flugs nach München wurde vom RV ein Bustransfer natürlich mit stundenlanger Verspätung angeboten. Der RV hat sich schließlich auch ohne weiteres bereit erklärt, Mietwagenkosten zu erstatten.
Fliegen ist für viele, gerade für eher Gelegenheitsflieger, ein sehr emotional besetztes Thema. In eine Tupolew einer gut und positiv bekannten Airline einzusteigen, ist sicher nichts anderes, als in eine Boeing oder in einen Airbus einzusteigen.
Beim Einsteigen in eine Boeing oder in einen Airbus kommen genauso schlechte Gefühle auf, wenn man feststellt, dass der Flieger wohl nicht so gut gewartet wird, aber auch dann, wenn er von einer Airline betrieben wird, die eher wenig bekannt ist.
Den im Artikel geschilderten Fall kann ich gut nachvollziehen, wobei zu dem offenbar schlechten Zustand des Fliegers nun auch noch die Marke Tupolew ins Auge sprang. Dass man so einen Flug nicht mehr fortsetzen will, kann ich aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen, wobei sich hier offenbar auch noch eine Art Gruppenzwang entwickelte.
Die fallen nur öfter runter, weil mehr Tupolew's im Assiatischen Raum unterwegs sind und die auf die Wartung keinen Bock haben. Das sagt nichts aus.
Da könnte man dann auch den Lada in Russland mit nem BMW in Deutschland vergleichen, der Lada fähr da 30 Jahre und mehr, der BMW ist bei uns nach 10-15 Jahren Schrott. (der Lada bei uns übrigends auch :))
So gesehen sind die fast besser, weil die mit weniger Wartung länger halten :)
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