ADAC-Test: Mietwagen im Urlaub Jeder fünfte Wagen mangelhaft

Schlechte Reifen, mieser Service: Bei ihrem Mietwagen-Test in sieben europäischen Reiseländern erlebten ADAC-Tester allerhand.

Das Reiseziel im Ausland auf eigene Faust mit dem Mietwagen zu erkunden, kann für manchen Urlauber eine gefährliche Angelegenheit werden. Denn nicht jedes Fahrzeug ist verkehrssicher. Und auch der Service lässt in vielen Verleihstationen zu wünschen übrig. Zu diesem Fazit kam der ADAC in seinem Mietwagentest 2009.

Mietwagentest 2009

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Die ADAC-Tester prüften inkognito 60 Anbieter in den sieben europäischen Reiseländern Italien, Griechenland, Portugal, Spanien, Kroatien, in der Türkei sowie auf Malta. Sie mieteten bei internationalen und lokalen Stationen Fahrzeuge für einen Tagesausflug.

Mittels einer einheitlichen Checkliste wurde der technische Zustand des Autos, etwa Reifen, Fahrwerk und Beleuchtung, sowie der Service, beispielsweise Versicherungsleistungen oder Vertragsgestaltung, geprüft.

Zwölf Leihautos waren wegen erheblicher Mängel nicht mehr fit für den Straßenverkehr, darunter fünf von sieben Geländewagen mit Mängeln an Fahrwerk, Lenkung und Bremsen.

Der Rest der Fahrzeuge war überwiegend in technisch einwandfreiem Zustand. Insgesamt fiel jede fünfte Station durch, nur zwei Anbieter erreichten die Bestnote, 32 Stationen ein "Gut".

Testsieger wurde der Autovermieter National auf Kos in Griechenland. Der Chevrolet Matiz war in tadellosem Zustand, der Service gut.

Die rote Laterne des Testverlierers gebührt Europcar. Der Service der Station im griechischen Thira auf Santorin war in jeder Hinsicht "mangelhaft" der Nissan Micra in desolatem Zustand. Schon wegen massiv verformter Felgen an der Vorderachse, einer stark beschädigten Reifenflanke und einer fehlenden Mutter am rechten Hinterrad hätte er nicht mehr vermietet werden dürfen.

Servicewüste Autovermietung

In Sachen Service und Kundenbetreuung waren die ADAC-Prüfer mit knapp der Hälfte der Verleihstationen nicht zufrieden. 26 Mal gab es die Note "bedenklich", elf Mal sogar "mangelhaft".

Die Tester wurden im Akkord abgefertigt, kaum informiert oder unhöflich behandelt. Angaben zum Versicherungsschutz sowie zu Preisen waren oft unzureichend, die Preisspannen enorm.

Fahrzeugeinweisungen waren eher die Ausnahme als die Regel, ganz zu schweigen von Nachweisen über die schadenfreie Rückgabe der Leihautos.

Schlecht bestellt war es um die Ausrüstung und Insassensicherheit. Airbags für den Beifahrer oder Sicherheitsgurte auf der Rücksitzbank waren Mangelware, in nur 14 Fahrzeugen fand sich ein Verbandkasten. 40 Prozent aller Stationen mussten zudem beim Kindersitz passen.

Den Test führte der ADAC im Rahmen von EuroTest, einer Kooperation von 18 europäischen Clubs aus 17 Ländern, bereits zum dritten Mal durch.