Nackte Kopie von "La dolce Vita": Eine 40-jährige Italienerin hat unbekleidet im weltberühmten Trevibrunnen gebadet.
Eine Angestellte aus Mailand entledigte sich am Sonntag vor den Augen Tausender Touristen ihrer Kleidung, sprang ins Wasser, schwamm eine Viertelstunde umher und legte sich dann zum Sonnenbaden auf den Brunnenrand.
Anita Ekberg in einer Filmszene aus "La Dolce Vita" (© Foto: obs)
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"Das Wasser ist für alle da. Es ist so heiß. Und was ist schon dabei?", rief die Frau, die sich Roberta nannete, der Menge zu, als sie kurz darauf von Carabinieri abgeführt wurde.
Ihr droht nun eine Strafe wegen obszönen Verhaltens in der Öffentlichkeit. Einige Schaulustige meinten zunächst, es handele sich um ein professionelles Spektakel - und applaudierten der Nixe.
"Sie hatte ein unschuldiges Lächeln und eine nette Art", meinte die Mailänder Zeitung Corriere della Sera. Die Badende habe den fotografierenden Flaneuren sogar zugewunken.
Zugleich schwelgte Italien in süßen Erinnerungen an die 60er Jahre, als die vollbusige Schwedin Anita Ekberg mit blonder Mähne und schwarzem Abendkleid in den Brunnen stieg - kaum eine italienische Zeitung, die nicht auf die verführerische Geste im Fellini-Film "La dolce Vita" verwies. "Ich habe schon viele in den Fontana di Trevi springen sehen", meinte ein Römer, "aber niemals nackt".
(sueddeutsche.de/dpa)
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Warum droht ihr eine Anzeige wegen obszönen Verhaltens ? Als obszön gilt, was geeignet ist, bei anderen Ekel zu erregen. Wie zu lesen ist, hat Roberta genau das Gegenteil bewirkt. Man hat doch sogar an ein professionelles Spektakel geglaubt. Vielleicht wollte Roberta doch nur berühmt werden. Ein Platz in der Presse ist ihr nun sicher.
eine nackte Frau ab 40 im Trevi ist nicht obszön; nur die Gedanke mancher Herren und Frauen; jedoch: heute mal nicht Tiefenpsychologie, sondern Hygiene. Das hat die Süsse nicht bedacht. Eigentlich hat ja jeder dann das Recht auf Brunnen. Was jedoch ist dann mit den Keimen und der Verantwortung der Stadtverwaltung? Das Brunnenwasser wird sicher nicht keimfrei gemacht, sondern evt. nur mechanisch gereinigt und im Kreis gepumpt. Wie das beim Trevi nun ist, weiss ich nicht. Ob dieser von einem antiken Aquädukt gespeist wird aus den nahen Sabiner Bergen? Wie romantisch. Insgesamt: einmal geht schon. Und wenn das Klima so wird, wie angesagt, dann muss das mit der Brunnenklärung wirklich geklärt werden. Darauf ein kühles Glas Droge.