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Steinmetze lassen die Stadt erstrahlen
Station 5: Jaisalmer
07.11.2003, 11:35
Die Feinheit der Arbeit lässt auf den ersten Blick nicht vermuten, dass es sich bei dem Material um Stein handelt. (Foto: Thomas Krull)
Handwerk hat in Indien Tradition. Zu den Handwerkszünften mit einer ganz besonders langen Tradition gehört das der Steinmetze. Das berühmte Grabmal in Agra, das Taj Mahal, ist der bekannteste Beweis dafür. Auch an anderen Orten, besonders aber in den ehemaligen Residenzen der Herrscher und Kaufleute, kann man die Ergebnisse dieser Handwerkskunst sehen.
Die Stadt Jaisalmer im Westen des Staates ist seit jeher berühmt für die hohe Qualität der Arbeiten ihrer Handwerker. Bei einem Bummel durch den alten Teil der Stadt wird schnell klar, worauf sich dieses Renommee gründet. Was auf den ersten Blick wie Schnitzarbeiten aus tropischen Hölzern aussieht, ist in Wirklichkeit aus Stein gehauen. Feinste Gitterwerke vor den Fenstern sind aus einer Scheibe Sandstein geschnitten. Ornamente und Zierrat an den Fassaden erstrecken sich über mehrere Stockwerke und selbst die Masten der Straßenlaternen in Jaisalmer sind das Werk der Steinmetze.
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In der Werkstatt von Mohammed Abdullah arbeiten die Männer seit 300 Jahren und zwanzig Generationen als Steinmetz. Alleine in seinem Betrieb bearbeiten rund siebzig Angestellte mit Hammer und Meißel den gelben Sandstein, der in zwanzig Kilometern Umkreis um die Stadt gebrochen wird. Erst seit drei Jahren verfügt die Firma über einige Maschinen, die die Arbeit effektiver machen, etwa eine Kreissäge. Mit ihrer Hilfe werden die großen Steinblöcke in kleinere Teile und Platten zersägt. Nach wie vor bleibt die Hauptarbeit allerdings den Händen der Steinmetze überlassen.
Auch wenn Maschinen Einzug halten: Hammer und Meißel sind immer noch die Hauptwerkzeuge der Steinmetze in Jaisalmer. (Foto: Thomas Krull)
Die Präzision, mit der im Betrieb von Mohamed Abdullah gearbeitet wird, ist einer der Gründe dafür, dass seine Produkte innerhalb Indiens bis nach Bombay und Madras verkauft werden. Seine Arbeiten sieht man auch in Jaisalmer, der goldenen Stadt Rajasthans. Die Bezeichnung "goldene Stadt" ist übrigens auf den gelben Sandstein zurück zu führen, den die Steinmetze auch heute noch als Werkstoff nutzen. Und der schimmert in der Sonne nun mal golden.
Zurück in der Altstadt, wo wir die Kunstwerke der ortsansässigen Steinmetze noch einmal bewundern, treffen wir Bhagwan Singh Soda, der uns morgen mit nach Khuri , einem kleinen Dorf in der Wüste Thar, nehmen wird.
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