USA-Besucher aus visafreien Ländern müssen sich künftig spätestens drei Tage vor Reiseantritt online registrieren lassen. Betroffen sind unter anderem Reisende aus Westeuropa.

Ab Anfang des nächsten Jahres wird die Einreise in die USA komplizierter: Berichten der Financial Times und des Wall Street Journal zufolge müssen sich Bürger, die ohne Visum einreisen können, spätestens 72 Stunden vor Abflug online registrieren lassen.

Diese neue Regelung, die Michael Chertoff, US-Minister für Heimatschutz, den Zeitungen zufolge heute bekanntgeben wird, betrifft vorerst nur Reisende aus ganz Westeuropa inklusive Deutschland und Staaten wie Australien, Japan und Neuseeland. Insgesamt nehmen 27 Länder am sogenannten "Visa Waiver Programm" teil, das die visumsfreie Einreise garantiert.

Das neue Formular fragt die selben Angaben ab, die USA-Besucher schon bisher bei der Einreise machen mussten. Bereits ab August können sich Reisende registrieren lassen, verpflichtend wird die Maßnahme erst ab Januar 2009.

Ein Sprecher des Heimatschutzministeriums versuchte im Wall Street Journal dem Eindruck entgegenzutreten, dass die neuen Bestimmungen die Einreise erheblich erschwerten. "Wir fragen nicht nach mehr Informationen, wir wollen sie nur früher haben.“

Möglich ist die Registrierung laut Financial Times bereits im Reisebüro, auf den Websites der Fluggesellschaften oder auf einer speziellen Seite der US-Regierung.

Mehrfache Einreise möglich

Bereits im vergangenen Jahr hatte es erste Gerüchte über eine obligatorische Registrierung 48 Stunden vor Abflug gegeben. Damals hatten sich europäische Firmen beklagt, dass die Regelung kurzfristige Geschäftsreisen in die USA erschwere. Trotzdem besteht die Heimatschutzbehörde nun auf der geplanten 72-Stunden-Frist. Wer allerdings einmal registriert sei, könne innerhalb der Gültigkeitsdauer von zwei Jahren mehrfach einreisen.

Als Begründung für die neue Maßnahme nannte die Heimatschutzbehörde der Financial Times zufolge den Kampf gegen den Terrorismus. Potentielle Attentäter aus den "Visa Waiver"-Ländern würde so die Einreise erschwert. Ein in der Financial Times nicht namentlich genannter Vertreter des Ministeriums bezog sich ausdrücklich auf den als "Schuhbomber" bekannt gewordenen Richard Reid aus Großbritannien und den Franzosen Zacarias Moussaoui, der im Zusammenhang mit den Anschlägen des 11. September in den USA verurteilt worden ist. Beide waren ohne Visum auf dem Weg in die USA oder bereits eingereist.

"Es ist naiv anzunehmen, dass Reisende aus Ländern, die keine Visum benögigen, weniger gefährlich sind als solche, deren Visumsantrag eine verschärfte Sicherheitsuntersuchung durchlaufen hat", zitiert die Financial Times den Heimatschutz-Sprecher. Außerdem äußerte dieser wachsende Besorgnis in den USA über eine Radikalisierung Europas und das von Europa aus Anschläge in den USA geplant sein könnten.

Reaktion der EU noch unklar

Wie die Europäische Union auf die bevorstehende Neuerung reagiert, steht noch nicht fest. Chertoff habe Jacques Barrot, EU-Justizkommissar, bereits über die bevorstehende Regelung informiert, schreibt die Zeitung. Barrot habe daraufhin weitere Informationen und schriftliche Details verlangt, erklärte ein Sprecher der Kommission.

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Leserkommentare (23)



10.06.2008 16:21:39

ideenschmied: Einreise

Ich verstehe nicht, weshalb die Amerikaner die EU-Bürger anders behandeln als sie selbst behandelt werden wollen.

Ich erinnere an einen Fall, als die brasilianische Regierung die Abnahme von Fingerabdrücken für US Bürger eingeführt hatte.

Ein Fernsehteam hat dann Amerikaner befragt und diese äußerten sich entsetzt, dass sie wie Menschen dritter Klasse behandelt wurden. Eine Frau sagte: Bin ich etwa kriminell. Sie haben mir hier am Flughafen die Fingerabdrücke abgenommen bevor ich einreisen darf. So was ist doch unmenschlich und undemokratisch!!!

Als der Reporter ihr dann sagte, dass dieses auch in den USA üblich ist sagte sie." That´s not possible" sie hätte noch nie am Flughafen ihre Fingerabdrücke abgeben müssen!

Klar - als Amerikaner ist man ja was Besseres und nur die anderen sind schlecht, kriminell und so zu behandeln.

Ich denke, dass alle Amerikaner eine Sicherheitsgebühr von 100 Euro bei der Einreise leisten müssten. So viel kostet auch ein Visum, z.B. für eine Griechen.

Auch denke ich, dass hier die USA eine lukrative Geldquelle gefunden haben. 100 Euro für ein Visum, Telefongebühren von 1,86 Euro die Minute um ein Gesprächstermin auf dem Konsulat zu vereinbaren, das brauchen die Visumpflichtigen zusätzlich.

Ein Freund brauchte 16 Minuten bis er den Termin hatte, dann die Reise von Heidelberg nach Frankfurt und zurück, macht mit der Bahn nochmal 60 Euro, Taxi bis zum Konsulat 20 Euro und einen ganzen Tag verloren!

Macht insgesamt ca. 110 Euro plus 100 Euro also 210 Euro für das Visum wovon 130 Euro direkt in die Kasse der USA geflossen sind!

Wenn ich so nachdenke könnten wir Europäer sinnvolle dinge damit finanzieren! Z.B. Schulen bauen, Spielplätze erreichten, Begegnungszentren bauen, Kindern in der ganzen Welt helfen oder den Amerikanern Nachhilfe in Demokratie geben!

Ein Freund der in den USA lebt sagte dieses frühjahr zu mir!

"Weisst du, die Amerikaner wissen gar nicht was da draussen los ist, erst wenn sie es am eingenen Laib oder im eigenen Geldbeutel spüren dann geht ihnen ein Licht auf"

Also sag ich: Lassen wir sie es spüren, Visumspflicht für die ganze EU, Visumpreis 100 Euro und wir tun uns und den Amerikanern was Gutes!!!


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