Das Kapital der Samen: Rentiere Foto: imagebank.sweden.de
Urteil bei 40 Grad minus
Im Jahr 1605, als der Markt zum ersten Mal stattfand, und in den folgenden Jahrzehnten wurde zur Marktzeit auch Gericht gehalten – die Angeklagten zitterten bei bis zu minus 40 Grad dem Urteilsspruch entgegen. Nur 20 Stände zählte der Markt um 1930, heute sind es mehr als 150. Dicht an dicht reihen sie sich, manche Händler kommen mit Caravans und bauen Zelte auf, in denen sie ihre Waren feilbieten.
Mit Seehundfellmützen auf den Köpfen, in dicke Rentierfellmäntel gehüllt, spazieren die Besucher über den Marktplatz der Kommune, die 1000 Kilometer vom Nordkap entfernt ist. Unter den Füßen der Spaziergänger knirscht der Schnee, und ihr Atem dringt als dampfender Nebel in die klirrend-kalte, klare Winterluft.
Pelzmützen und Giraffen-Luftballons
Einst lieferten die Sami Felle, Fleisch und Handwerksgegenstände und nahmen dafür Mehl, Butter oder Kaffee. Vergnüglicher Einkaufsbummel statt pragmatisches Tauschgeschäft, heißt heute das Motto. Das typisch Samische macht aber nur einen Teil des Marktangebots aus: Rentierfelle, Rentierwurst, Pelzmützen, verzierte Jagdmesser. Daneben Süßigkeiten, T-Shirts und Volksfest-Artikel wie Luftballons. Die gibt es sogar in Gestalt von Giraffen, was hier, im nördlichen Polarkreis, reichlich exotisch anmutet.
Im Zusammenleben von solchen, die ein „Svenson“-Leben führen - auf deutsch heißt das so viel wie „Otto Normalverbraucher“ - mit den Sami sind Konflikte an der Tagesordnung: Vor allem zwischen schwedischen Landbesitzern und den Rentierzüchtern, die sich auf ihre alten Weiderechte berufen. Doch die Regierung hat das Jagdrecht für die Sami streng reglementiert und ihnen nur bestimmte Territorien für die Rentierzucht zugewiesen.
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Das sind doch Amis, oder?
Dümmer geht's immer
Küssen verboten für Bartträger
"Hält das Schiff in der Stadtmitte?"
Mit den Augen eines Adlers