Dem Alltag entschweben
Entspannung im Tank
08.05.2005, 21:35
Floating in der Therme Erding. (Foto: DPA)
Sanfte meditative Musik im Foyer, kurz entspannen in der Sitzecke, vielleicht noch ein bisschen in einem der Floating-Fachbücher schmökern, dann kann die sanfte Reise mit dem Raumschiff beginnen. Mit einem leisen Surren öffnet sich die Klappe des eiförmigen Tanks, den 34,5 Grad warmes Wasser füllt. Dann heißt es: einsteigen, Deckel zu, Licht aus und in die Schwerelosigkeit gleiten. Weg von allem, was die Seele belastet. Früher waren es fast ausschließlich gestresste Manager oder werdende Mütter, die sich etwas Gutes tun wollten, inzwischen ist das Bad im Salzwasser bei allen angesagt, die sich von der permanenten Reizüberflutung für eine gewisse Zeit lösen möchten.
„Floaten funktioniert übrigens nicht nur allein, sondern auch zu zweit. Wir haben inzwischen auch Mütter mit Kindern und Paare hier“, sagt Benjamin Tochtermann. Zusammen mit seinem Partner Michael Diebold, einem ausgebildeten Masseur und Heilpraktiker, betreibt er seit einem Jahr „Float“, eine kleine Wellness- Oase in München-Schwabing. Dabei stimmt nicht nur das Solebad-Rezept – 350 Kilo Magnesiumsulfat auf 600 Liter Wasser –, sondern auch das Ambiente: schlicht eingerichtete Räume mit organischen Formen und gedämpfte orangefarbene Beleuchtung in den Waschräumen – dort finden die Gäste nach dem Solebad, das je nach Wunsch 30 bis 60 Minuten dauert, wieder ins Hier und Jetzt zurück. Vor zehn Jahren noch trafen sich eingeschworene Fangemeinden in Hinterhöfen, um im Solebad ihr Bewusstsein zu erweitern. Heute ist das Schwebebad salonfähig – die Tanks stehen in zahlreichen deutschen Großstädten. Mittlerweile steigt jeder in die Kapsel, der mal wissen möchte, wie sich ein Bad im Toten Meer anfühlen könnte.
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