Zwickauer Terrorzelle NSU soll 129 Helfer gehabt haben

Sie sollten ihnen Geld, falsche Papiere oder Waffen beschaffen: Das Netzwerk der Zwickauer Terrorzelle war größer als bislang bekannt: 129 Personen gehörten einem Medienbericht zufolge zum Umfeld des NSU.

Das Netzwerk der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle war nach einem Bericht der Bild am Sonntag größer als bislang bekannt. Demnach gehörten 129 Personen aus der rechtsextremen Szene zum engeren und weiteren Umfeld des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU), dem zehn rassistisch motivierte Morde an türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmern und einer Polizistin zur Last gelegt werden.

Die 129 Namen stünden auf einer geheimen Liste der Sicherheitsbehörden, die dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags jetzt zugegangen sei, schreibt die Zeitung.

Als harter Kern der Terrorgruppe gelten die vier Angeklagten, die neben Beate Zschäpe ab Mitte April in München vor Gericht stehen werden, sowie knapp ein Dutzend weiterer Beschuldigter, gegen die noch ermittelt werde. Hinzu kämen zahlreiche Helfer und Helfershelfer, die direkt oder indirekt Kontakt mit den mutmaßlichen Terroristen hatten, denen sie unter anderem Geld, falsche Papiere oder Waffen beschaffen sollten.

Unklar ist dem Bericht zufolge weiterhin, welche V-Leute der Sicherheitsbehörden zum Umfeld des Terrortrios gehörten. Der NSU-Ausschuss habe deshalb am Donnerstag beschlossen, dass die Bundes- sowie die 16 Landesregierungen die neue Namensliste auf bisher unentdeckte V-Leute überprüfen sollen. Das bestätigte der Ausschussvorsitzende Sebastian Edathy (SPD) der Bild am Sonntag. Er sagte: "Die neue Zahl ist erschreckend hoch. Jetzt muss schnell geklärt werden, ob es darunter Mitwisser der NSU-Verbrechen und weitere V-Leute gab."