Nach der Einigung auf ein zweites Konjunkturpaket sind einzelne Maßnahmen immer noch umstritten. Während SPD-Fraktionschef Struck die Neuverschuldung verteidigt, mahnte FDP-Haushaltsexperte Fricke zur Sparsamkeit.
SPD-Fraktionschef Peter Struck hat die drastische Erhöhung der Neuverschuldung zur Finanzierung des zweiten Konjunkturpakets verteidigt. "Wir werden neue Schulden machen müssen, höhere als bisher geplant. Aber es sind Investitionen in die Zukunft", sagte Struck im ARD-"Morgenmagazin".
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Struck ging davon aus, dass Deutschland gleichwohl in diesem Jahr die Verschuldungsgrenze von Maastricht einhalten wird. "2010 können wir an die Grenze schrammen", räumte er ein.
Die große Koalition will in der kommenden Woche ein zweites Konjunkturpaket mit einem Volumen von 40 bis 50 Milliarden Euro schnüren. Einzelne Maßnahmen sind noch zwischen CDU/CSU und SPD umstritten.
Struck sieht eine Einigungsmöglichkeit bei der Unionsforderung, den steuerlichen Grundfreibetrag zu erhöhen. Dem ebenfalls von der Union geforderten Einstieg in den Abbau der "kalten Progression" gibt er keine Chance. Dies würde 25 Milliarden Euro kosten, sagte er.
Der stellvertretende Unions-Fraktionschef Wolfgang Bosbach (CDU) zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Koalitionsrunde. Es sei "ein gutes Zwischenergebnis, das deutlich macht, dass die Koalition zum Erfolg verpflichtet ist", sagte er.
Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) warnte vor einer neuen Ost-West-Debatte gewarnt. "Was wir überhaupt nicht gebrauchen können, ist eine Ost-West-Debatte oder gar eine Neiddebatte zwischen den beiden Landesteilen", sagte der für den Aufbau Ost zuständige Minister. "Wir brauchen im Norden, Süden, Osten und Westen (...) zusätzliche Investitionen."
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger will Steuersenkungen als Teil des zweiten Konjunkturpakets nur zustimmen, wenn Bund und Länder eine Schuldenbremse vereinbaren. "Eine Schuldenbremse ist meine Bedingung", sagte der CDU-Politiker der Financial Times Deutschland. Die Föderalismuskommission müsse noch vor der Bundestagswahl verbindliche Schuldenregelungen für Bund und Länder schaffen.
Oettinger erneuerte seine Kritik an Steuersenkungen zur Ankurbelung der Konjunktur. "Ich bin nach wie vor nicht davon überzeugt, dass Steuerentlastungen schnell eine Abmilderung der Rezession bewirken können", sagte der Regierungschef. Die geplanten Steuererleichterungen sollten ein Volumen von vier Milliarden Euro nicht überschreiten.
Der FDP-Haushaltspolitiker Otto Fricke mahnte staatliche Sparsamkeit auch in der Finanz- und Wirtschaftskrise an. Er warnte am Dienstag im RBB-Inforadio, neue Schulden des Staates belasteten nachfolgende Generationen. "Es geht hier ja immerhin auch um die Zukunft unserer Kinder, die wir, wenn wir nicht aufpassen, verfrühstücken."
Auch aus der Wirtschaft kommt Kritik: Der Chef des gewerkschaftsnahen Düsseldorfer Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav-Adolf Horn, bezeichnete das geplante zweite Konjunkturpaket der Bundesregierung als zu klein. "Ein Konjunkturprogramm von 40 Milliarden Euro allein in diesem Jahr wäre aus meiner Sicht die Untergrenze", sagte Horn der Rheinischen Post.
- Konjunkturdebatte in der Union Chuzpe siegt 06.01.2009
- Konjunkturpaket II "Einig über das Gesamtziel" 05.01.2009
- Union zum Konjunkturpaket Etappensieg für die CSU 05.01.2009
- Debatte vor Megawahljahr In der Steuerfalle 04.01.2009
(dpa/Reuters/cag)
Das Retten ist plötzlich modern geworden, dabei hat man doch über so viele Jahre wegeschaut und zugeschaut - könnte es sein das Merkel und Co. im Theater saßen und sich das Ganze von der Ferne aus betrachtet hattte?
Das ganze Theater um die Rettungsversuche scheint aber nun eine Spitze der Lächerlichkeit zu bekommen, weil wer zu spät kommt, den bestraft das Volk.
Das Retten kommt nach dem Ersaufen lassen, längst zu spät und das Ganze Land versinkt im Disaster der verlorenen Zeit in der man Handeln hätte können und sollen.
Der Zug ist weg - und nun bemüht man sich wirklich ernsthaft um Schadensbegrenzung, wobei die Schadensverursacher die gleichen sind bzw. immer noch am Werke sind.
Sorry - so rettet man niemanden und nix !!! Verbockt ist verbockt !!!
Das dürfte aber massive Katastrophen auslösen und zum Umdenken bewegen, wenn man
merkt was man da angerichtet hat, dürfte man eher verzweifeln oder wahnsinnig werden.
Ausbeutungswahnsinn folgt nun dem Rettungswahnsinn, denn solche Dimensionen kann niemand mehr begreifen und sicher nicht mehr retten, vor dem Untergang.
Merkel & Co. erfasst schön langsam diese Dimensionen und hat die Hosen gestrichen voll - mit Recht !!!
Ich habe keineswegs gesagt, dass alle Nichtsteuerzahler arbeitslos sind. Das sind ganz unterschiedliche Gruppen.
Nur, um die wird sich gesorgt, um die Unternehmen wird sich gesorgt, um die Banken wird sich gesorgt. Um die steuerzahlenden Arbeitnehmer wird sich nicht nur zuletzt, nein um die wird sich überhaupt nicht gesorgt. Ganz im Gegenteil, immer feste drauf mit noch mehr Steuern, Abgaben und Schikanen. Meinen Sie nicht, wir wären auch mal dran?
Stimmen wir da nicht überein?
Man könnte aternativ die Arbeitgeber einfach jene 0,9% zuzahlen lassen die die Arbeitnehmer schon heute bezahlen, um die Parität in der GKV wieder herzustellen. Das wäre gerechter, da gebe ich Ihnen uneingeschränkt recht.
Herr Westerwelle fordert zum weiteren Schuldenmachen auf, Herr Fricke - ebenfalls F.D.P. - mahnt zur Sparsamkeit. Aha! Und Herr Westerwelle attestiert der Großen Koalition ein Totalversagen. So ist das, wenn man in der Opposition ist, "alles" niedermacht, sich "nirgends" festlegt und nur noch "verantwortungslos" ist. Ganz glücklich kann man mit Frau Merkel sicherlich nicht sein - aber ein Westerwelle in der Regierung? Der Himmel bewahre uns!
50% der Bevölkerung zahlt keine Einkommensteuer, meinen Sie die sind alle arbeitslos?
Die werden mit so wenig abgespeist, müssen sich mit Minijobs durchschlagen, sind 1-Euro-Jobber, Leiharbeiter, Praktikanten usw...
Und die die arbeitslos sind, meinen Sie, dass nicht fast alle von denen sofort eine Arbeit aufnehmen würden, wenn die Bedingungen menschenwürdig sind - es geht nicht darum reich zu werden, nur in Würde zu leben.
Das mit den 100 Milliarden für Pleiteunternehmen, 117 Milliarden für Exportkapitalisten, 500 Milliarden für Finanzversager - das ist Geld, das bei den Bedürftigen eingespart und der arbeitenden Bevölkerung vorenthalten, genommen wird, um es den Kapitalrenditeempfängern zu geben.
Die Initiativen (z. B. INSM), die immer so schön umschreiben, dass sie Wirtschaft, Medien und Politik zusammenbringen - die hetzen verschiedene Gruppen in unterschiedlichen Entrechtungsstufen gegeneinander auf, damit sie alle ausbeuten können und die nicht auf das wahre Problem - die Ausbeuter kommen.
http://www.youtube.com/watch?v=57aaqtyEzOQ&eurl=http://notatio.blogspot.com/2009/01/der-clip-zum-sonntag-sozial-ist-was.html&feature=player_embedded
Wir dürfen nicht weiter darauf reinfallen.
Paging