Fast zwei von drei US-Bürgern halten den Irak-Krieg 2003 für einen Fehler. Auch Präsident Bushs Zuspruchsrate sinkt weiter.
Noch nie ist der Irak-Krieg bei so vielen US-Bürgern auf Ablehnung gestoßen: 62 Prozent halten es nach einer neuen Umfrage mittlerweile für einen Fehler, dass die US-Regierung Truppen in den Golfstaat entsandte.
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George W. Bush (© Foto: Reuters)
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Dies ist das erste Mal, dass die Marke von 60 Prozent übersprungen wurde, wie USA Today berichtete. Zugleich musste Präsident George W. Bush mit lediglich noch 29 Prozent Zuspruch ein neues Umfragetief hinnehmen.
Im Juni war Bush in der Umfrage, die die Zeitung regelmäßig mit dem Meinungsforschungsinstitut Gallup erstellt, noch auf 33 Prozent gekommen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erreichte er noch den historischen Höchststand von 90 Prozent.
Heute gehört er neben Richard Nixon, Harry Truman und Jimmy Carter zu den unbeliebtesten Präsidenten der vergangenen Jahrzehnte.
(Reuters)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
"Unter Hussein schwelten die Konflikte unter der Oberfläche, der Despot hat mit Folter, Terror (z.B. Giftgas) und Einschüchterung seine Widersache auf Distanz gehalten. Ganz im Stile der anderen "großen" Diktatoren des letzten Jahrhunderts."
Sie sind der Propaganda erlegen, die den Saddam Hussein zu einem Hitler oder Stalin hochstilisieren wollte. Er war sicher ein schlimmer Finger, wie alle Präsidenten oder Staatsoberhäuper in den umgebenden Ländern (lt. Scholl Latour, der sich im Nahen Osten genausogut auskennt wie vorher in Vietnam). Nicht schlimmer und schon garnicht besser. Es gibt dort eine fürchterliche traditionelle und religiös geprägte Art, Machtstrukturen aufzubauen und zu halten, die uns in den westlichen Ländern übrigens auch nicht ganz fremd ist.
Anschließend kamen die westlichen Werte mit Angriffskrieg, Terror mit tausenden zivilen Toten (z.B. Uransprengköpfe und Splitterbomben), mit Abi Ghraib und anderen KZ´s und Einschüchterungen der Bevölkerung mit militiärischen Mitteln an jeder Strassenecke. Ich bitte Sie auch zu berücksichtigen, wie die Türkei, ein Nato-Mitglied, ihrerseits gegen die "eigenen" Kurden vorgegangen ist (mit deutschen Schützenpanzern).
Wenn die Anayse schon nicht stimmt, wird alles Propaganda. Die US-Amerikaner werden sich im Irak ausbluten und ihre Stärke verlieren wie damals in Vietnam. Weil sie sich als genauso schlimme Finger wie der Saddam Hussein herausgestellt haben (mit seinem von den USA initiierten und unterstützen Angriffskrieg gegen den Iran und der Besetzung der ehemaligen Provinz Kuwait), aber "fremden Schurken" sind. Jedes Bevölkerung bevorzugt in der Regierung die eigenen Schurken.
... aber in dem Moment als der Irak angegriffen wurde äußerst Flügellahm. Ausser ein paar alte Raketen die man schon beim verschrotten hatte und die es kaum ins Nachbarland geschafft haben wurde von den Inspektoren die im Land herumzogen nix gefunden. Hätte B(f)usch noch ein bisschen gewartet wäre auch dem letzten aufgefallen dass Saddam bei weitem nicht so groß war wie er von gewissen Verbrechern aufgebaut wurde.
Ich weiß nicht, ob das Ihre netiquette erlaubt, aber leider muss man Bush, Cheney und Rumsfeld als Verbrecher bezeichnen, als Frevler am eigenen Volk und an der ganzen Welt.
technisch. SO gehts halt nicht. Einfach druff mit modernster Technik, niedermachen und dann die Fahne hissen - vorbei die Zeiten! Hirn als Diener des Herzens einschalten würde helfen, nur wie runter von dem eingeschliffenen Trott?
Im Vietnam-Krieg sind 45000 Amerikaner gestorben, im Irak waren es bislang über 3500. Die Zahl der toten Iraker schwebt in den Hundertausenden.
Ich finde, für einen Krieg zu sterben, dessen Ziele in keiner Weise erreicht wurden, ist mehr als tragisch. Es ist ein Debakel.
Unter Hussein schwelten die Konflikte unter der Oberfläche, der Despot hat mit Folter, Terror (z.B. Giftgas) und Einschüchterung seine Widersache auf Distanz gehalten. Ganz im Stile der anderen "großen" Diktatoren des letzten Jahrhunderts. Ein Mensch, der Menschlichkeit verinnerlicht hat, darf Hussein keine Träne nachweinen. Er war ein Bastard. Nichtsdestotrotz trauern viele Iraker dem hingerichteten Diktator und seiner Herrschaft nach.
Alleine das zeigt, wie schrecklich es im heutigen Irak zugehen muss. Es ist die Logik des Terrors, der Angst, der gegenseitigen Einschüchterung oder Tötung des Schwachen durch den Stärkeren. Die Ereignisse des Terrors markieren den Alltag, das, was auf den Märkten angeboten wird, ist mit Blut getränkt, jede Straßenkreuzung kann die letzte sein, hinter jeder Häuserecke wartet die mögliche ewige Finsternis. Ich kann mir vorstellen, dass ein solches Leben für einen Menschen unerträglich und krankmachend sein muss.
Wirst du Täter, um nicht Opfer zu sein, wirst du Opfer, um nicht als Täter zu enden? Die Iraker sind in einem Ausnahmeszustand, und ihr Land ist ein Gefängnis, so wie Palästina in den neunziger Jahren und Anfang dieses Jahrhunderts ein Gefängnis war (und teilweise immer noch ist).
Es muss die Hölle auf Erden sein. Aber was passiert, wenn die Amerikaner fortgehen?