Jegliche Versuche von FDP-Politikern, gegen die Apartheidspolitik in Südafrika zu opponieren, fand Lambsdorff unrealistisch: "One man - one vote" sei dort nicht anwendbar, sagte er. Ein südafrikanischer Geistlicher kommentierte das mit den Worten: In seinem Land heiße es in der Tat "ein weißer Mann - ein Swimmingpool". Als Parteikollegen zu Beginn der neunziger Jahre sich dafür einsetzten, dass die ehemaligen Zwangsarbeiter der Nazis eine Entschädigung erhielten, hat Lambsdorff ihren Bitten um Unterstützung die kalte Schulter gekehrt.

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Als hingegen die bei amerikanischen Gerichten eingereichten Sammelklagen die deutsche Industrie in Bedrängnis brachten, war der Graf bereit, ohne Entgelt als Vermittler im Namen der Bundesrepublik zu fungieren. Kanzler Gerhard Schröder bat ihn um Hilfe, und er bat sich nur aus, bequem reisen zu dürfen.

Einer, der Bismarck verehrte

Er, der in seinen Methoden nie zimperlich war, rief nun auch die Vertreter der deutschen Industrie zur Raison. Je länger sie feilschten, erklärte er ihnen, desto teurer werde die Chose sie am Ende kommen. Lambsdorff wäre gern Außenminister geworden. Neben einem Hans-Dietrich Genscher war das nicht möglich. Als Unterhändler in Sachen Zwangsarbeiterentschädigung kam er seinem Ziel nahe. Er hat sich dabei bleibende Verdienste erworben.

Zu den wenigen privaten Dingen, die von Lambsdorff bekannt sind, gehört der Umstand, dass er Bismarck verehrte. Möglicherweise hat es damit zu tun, dass Otto Friedrich Wilhelm von der Wenge Graf Lambsdorff sich im Wilhelminismus des späten 19.Jahrhunderts eigentlich ganz wohl gefühlt hätte. Am Samstag ist Graf Lambsdorff im Alter von 82 Jahren in einem Bonner Krankenhaus gestorben.

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  1. Der eiserne Graf
  2. Ein Wirtschaftsliberaler alten Schrot und Korns
  3. Seine Nähe zum Geld
  4. Sie lesen jetzt Seine bleibenden Verdienste
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(SZ vom 07.12.2009/pfau)