Als Benedikt XVI. hat Joseph Ratzinger bisher zwei Mal Deutschland besucht - zum Weltjugendtag und zu einer Reise durch Bayern. Nun kommt er offenbar 2010 wieder.
Papst Benedikt XVI. plant für das kommende Jahr einen Besuch in Deutschland. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, sagte dem ZDF: "Ich gehe davon aus, dass es im nächsten Jahr einen Besuch des Heiligen Vaters in Deutschland geben wird, einen offiziellen Staatsbesuch in Berlin und, ich hoffe, auch bei uns in Freiburg".
Bild vergrößern
Zweimal besuchte der deutsche Papst bisher seine Heimat. (© Foto: dpa)
Anzeige
Im Hinblick auf die Kritik am Papst wegen der Teilrehabilitierung von vier erzkonservativen Bischöfen fügte er an: "Ich denke, dass bis dorthin auch vieles wieder so ruhig geworden ist, dass wir ihn wirklich mit Freude und Begeisterung empfangen können."
Anlass für den Besuch seien die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit. Neben dem offiziellen Staatsbesuch in Berlin rechnet Zollitsch außerdem mit Stationen in Freiburg und Thüringen. Im Gespräch seien die Orte Erfurt, die Wartburg in Eisenach sowie das katholische Eichsfeld.
Es wäre der dritte Besuch des deutschen Papstes in seinem Heimatland, jedoch der erste offizielle Staatsbesuch mit Gesprächen in Berlin. 2005 nahm Benedikt XVI am Weltjugendtag in Köln teil, im September 2006 bereiste der Papst ausschließlich Orte in seiner bayerischen Heimat.
Aus dem Vatikan gibt es dem ZDF zufolge bislang keine offizielle Reaktion auf die Einladung, die Bundespräsident Horst Köhler bereits im Jahr 2006 ausgesprochen hatte. Sie werde wohlwollend geprüft, heißt es weiter. Ursprünglich hieß es, der Papst wolle bereits im 20. Jahr des Mauerfalls nach Deutschland kommen. Priorität hätten nach Angaben Zollitschs jedoch 2009 zunächst Reisen nach Israel und Afrika.
- Katholischer Kardinal Hoyos in der Kritik Der Falke aus Medellin 06.02.2009
- Merkel und Benedikt XVI. Der beleidigte Papst 06.02.2009
- Streit in katholischer Kirche Pius-Brüder sehen sich als Medienopfer 06.02.2009
- Papst Benedikt XVI. und der Vatikan Das Kreuz mit der Kommunikation 06.02.2009
- Papst und die Pius-Brüder Mit dem Rücken zur Welt 04.02.2009
(dpa/AFP/ihe)
Menesse, was anderes als eine Werbe- und Aquisitionstour soll denn der Besuch dieses Herrn sein? Er wirbt für sein Produkt und versucht neue Kunden zu gewinnen. Ich sehe keinen Unterschied zwischen einer sog. Glaubensbotschaft oder einem sonstigen Wirtschaftsgut. Im Idealfall findet alles seine Abnehmer, aber davor muß eben geworben werden. Und die Frage ist nun, ob es Aufgabe der Öffentlich Rechtlichen ist, eine derartige Werbetour zu unterstützen. Ich habe es mit Graus zur Kenntnis nehmen müssen, daß der Bayerische Rundfunk mit einem Großaufgebot an Material und Technik vom Papsbesuch in Australien berichtet hat. Was soll das? Wenn die Kirche ihren Mitgliedern etwas zu sagen hat, dann müssen sie eben ihre eigenen Leute nach Sydney schicken und das Geschehen aufzeichnen und später in den Kirchen vorführen. ich wehre mich vehement dagegen, daß meine Geld dafür verwendet wird, Christenpropaganda zu verbreiten. Gleiches gilt natürlich auch für jegliche andere Religionen.
Damit wir uns richtig verstehen, ich habe nichts gegen Religionen. Und wer daran glaubt, der soll diesen nachhängen. Aber ich wehre mich gegen eine Bevormundung und ein Überstülpen derartiger Lehren. Ich fordere eine klare Trennung von Staat und Kirche. Und dan wird man endlich auch in Frage stellen, wie es angeht, daß der Freistaat jedes Jahr 65 Mio. Euro an die kath. Kirche bezahlt aufgrund einer Vereinbarung aus dem Jahre 1923. Aus dieser Zeit ist Vieles über den Haufen geworfen worden, warum hat eine derartige Vereinbarung heute immer noch Gültigkeit?
Oder von Baruch Goldstein? Aber dies nur mal als Anregung zu tieferem Nachdenken.
Ansonsten bin ich der Meinung, hier sollte mehr zum Thema beitgetragen werden. Also, was halten Sie vom angekündigten Staatsbesuch? Hmm, führt dies nicht all jene ad absurdum, die gerade noch forderten, Merkel sollte sich aus "religiösen Angelegenheiten" heraushalten? Ich meine, der Pabst kommt ja nicht aus Anlaß des Todestages irgendeines Heiligen, sondern wg. 20 Jahren Deutscher Einheit. Merkwürdig, oder?
Ich bin katholisch, und kein Protestant, aber da fahr ich hin und stelle mich mit einem Protestschild an die Strecke!
:D
Sie haben recht, sorry. Hatte mich zu sehr auf den ersten Teil konzentriert.
Sie haben vollkommen recht. Aufgrund der Morddrohungen gegen Rushdie und wegen der Vorkommnisse in Dänemark, habe ich meinen Post geschrieben.
Wenn Sie ihn noch einmal lesen, werden Sie feststellen, dass ich nur von christllichen und jüdischen Vertretern schrieb. Radikale Vertreter der dritten Religion habe ich ausdrücklich nicht erwähnt. Die neigen nämlich zum nonverbalen Zurückschlagen, wie man in Dänemark sehen konnte.
Paging