Teures schwarz-gelbes Projekt: Die von CDU und FDP geplante Kopfpauschale werde bis zu 39 Milliarden Euro kosten, warnt SPD-Experte Lauterbach in einer neuen Studie.
Die von CDU und FDP geplante Kopfpauschale in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) führt nach Berechnungen des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach zu erheblichen Belastungen für die öffentlichen Kassen.
Die von CDU und FDP geplante Kopfpauschale kommt den Steuerzahler teuer zu stehen. Zu diesem Schluss kommt eine Berechnung des SPD-Experten Karl Lauterbach. (© Symbolfoto: AP)
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Je nach Ausgestaltung müsste der Staat zwischen 36 und 39 Milliarden Euro im Jahr ausgeben, um die sozialen Belastungen der Kopfpauschale abzufedern, heißt es in einer von Lauterbachs Institut an der Universität Köln verfassten Studie, die der Süddeutschen Zeitung (Mittwochausgabe) vorliegt. Der Steuerzuschuss für die kostenfreie Mitversicherung von Kindern wurde dabei nicht berücksichtigt. Er soll bis 2012 auf rund 14 Milliarden Euro steigen.
Die Ökonomen gehen davon aus, dass der vom Arbeitgeber gezahlte Beitrag festgeschrieben wird. Somit müssten etwa 88 Milliarden der insgesamt 180 Milliarden Euro hohen Ausgaben der GKV über eine Kopfpauschale finanzieren, bei der der Bankdirektor den gleichen Beitrag zahlt wie seine Putzfrau.
Weil der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag keine Einzelheiten nennt, geht die Studie von zwei unterschiedlichen Fällen aus. Falls weiterhin nur Versicherte mit eigenem Einkommen zahlen müssten, läge die Prämie nach der Studie bei 145 Euro. Für eine soziale Abfederung wären in diesem Fall zusätzliche Mittel von 35,66 Milliarden Euro notwendig. Dies ergebe sich auf Basis von Umfragedaten zur Einkommenssituation von Anfang November 2009. Einen Anspruch auf einen sozial ausgestalteten steuerlichen Ausgleichen hätten demnach 35,95 Millionen Personen, was etwa 71 Prozent aller Mitglieder der GKV entspricht.
Erweitert die Koalition hingegen den Kreis der Einzahler auf alle erwachsenen Mitglieder - also auch auf die bislang kostenfrei mitversicherten Ehegatten - läge die Prämie bei 125 Euro. Laut Studie hat das folgenden Effekt: etwa vier Millionen Menschen zusätzlich könnten einen Antrag auf sozialen Ausgleich stellen, insgesamt also 40 Millionen.
Der höhere Bedarf entsteht, weil zum Beispiel ein Einzelverdiener die Pauschale seiner Frau dann ebenfalls zahlen müsste. Die Kosten des sozialen Ausgleichs lägen dann ebenfalls höher, laut Studie bei 38,66 Milliarden Euro im Jahr.
Von den bürokratischen Lasten seien insbesondere Rentner, Familien, Teilzeitbeschäftigte und Studenten betroffen. So müsste die Mehrzahl der Rentner-Haushalte eine Prämiensubvention beantragen, heißt es in der Studie. Für Ehegatten, die in einem 400-Euro-Job arbeiten, würde sofort die volle Prämienbelastung fällig.
Besonders belastet würden Personen mit flexiblen Beschäftigungsverhältnissen. Wegen der von Monat zu Monat unterschiedlichen Einkommenssituation wären sie unter Umständen gezwungen, alle vier Woche einen neuen Antrag auf steuerlichen Sozialausgleich zu stellen. Als Alternative erhielten sie den sozialen Ausgleich erst nach einem Jahr. Solange müssten sie ihn quasi vorstrecken.
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Sie ist nicht gegen die Pharmalobby vorgegangen.
Sie hat nichts gegen unsinnige Mehrfachuntersuchungen getan.
Die "Beschäftigung" möglichst vieler Leute im Gesundheitswesen war ihr wichtiger als die Beitragszahler.
Frau Schmid hat sich nicht für eine paritätische Beitragsfinanzierung eingesetzt bzw. diese wieder hergestellt.
Warum hat die SPD an der Regierung sowenig für die Beitragszahler getan?r
Blöd einfach nur auf einen rumzuhaken.
Wenn man die Zahlen nur mal mit Logik versucht zu hinterfragen, wird man durchaus Wahrheiten erkennen. Das es in unserem reichen Land immer mehr Niedriglöhner gibt, dürfte wohl mittlerweile jeder wissen, der einigermaßen informiert ist. Falls nicht: www.boeckler-boxen.de. Und das die dann letztendlich Zuschüsse brauchen ist auch klar. Mit etwas Denken kann man sehen, dass hier nur ein verstecktes Runterfahren des öffentlichen Gesundheitswesens betrieben wird. Was das im Ergebnis bringt, wird der Normalo schnell erfahren.
Das es im Gesundheitswesen keinen, von der FDP schreiend angepriesenen, Wettbewerb gibt, zeigt schon alleine der Schutz der Apotheken vor Konkurenz.
Aber ich denke, es wird keine 2 Jahre dauern, bis der letzte FDP wählende Nichtmillionär kappieren wird, was diese "Wunschkoalition" mit unserem Land macht und was am Ende übrig bleibt !!!
Lauterbach´s Gutachten sind wahrscheinlich für die anstehenden Karnevals-Sitzungen gedacht. Am besten trägt sie dann sein Büttenredner Steini vor, damit die Kappenträger nicht vor Langeweile vom Stuhl kippen!
Oder? man muß es manchmal auch übertreiben! Der Name "Kopfpauschale" ist ja gut gewählt, klingt nach Kopfgeldjäger und ist gut geeignet, von dem Statusquo der Gesundheitsmafia abzulenken! Wie immer, wenn der Staat sich als Wirtschaftsboss versucht, kostet uns Steuerzahler dies Milliarden und unsere Kinder Kopf und Kragen.
Ich jedenfalls sehe die Solidarität zwischen den wirtschaftlichen Klassen, aber z.B. nicht bei Risikogruppen, die diese Risiken selbst gewählt haben (Raucher, Extrensportler, etc.)
Ich weiß sowieso nicht, was daran solidarisch sein soll, schließlich zahlen wir bei der KFZ-Versicherung auch unser eigenes Risiko und nicht das der anderen, zum Beispiel Radfahrer!
Was Herr Lauterbach vom Gesundheitswesen versteht, hat man ja im letzten Jahrzehnt in der von ihm indirekt mit verantworteten Gesundheitspolitik sehr gut gesehen: Nämlich nicht besonders viel.
Wenn so einer jetzt noch große Rechnungen macht, sollte man das nicht mehr ganz so ernst nehmen...lol
Gehe davon aus, dass Lauterbach übertreibt. Er ist ja oppositioneller Abgeordneter. Ist auch erlaubt, zuzuspitzen. Ist auch nicht verboten, im Aufsichtsrat von Rhön-Klinikum zu sitzen. Andere haben ebensolche Posten. Mein Verdacht ist, dass allzu viel Geld verwirtschaftet wird im Gesundheitswesen.
- Medikamente sind viel zu teuer.
- Ärzte (niedergelassene und Klinik-CÄ und -OÄ) haben Spitzeneinkommen
- gibt zu viele unproduktive Gremien und Institutionen
- Pharma sponsert Ärztekongresse
- Management in kirchl. u. kommunalen und staatl. Kliniken sehr schlecht ( meist hochgedienerte Beamte, keine Manager)
- Sani-Häuser verrechnen Mondpreise
- Rettungsdienste verrechnen ebenfalls drastisch überhöhte Kostensätze
Und: Es gibt eine Reihe von Dingen, die sollte der Einzelne selbst zahlen.
Schließlich dürften Jahr für Jahr 6-8 % des Gesundheitsbudgets in die Taschen / Konten von Abrechnungsbetrügern landen. Das wären dann gut 10 Mrd pro Jahr.
Gegen diese "Betrüger" geht die Justiz viel zu zahm vor.
Und die Kassen bedrängen mehr die Versicherten statt diejenigen, die sich am System gütlich tun.
Paging