Grüne und SPD sehen die Regierung Merkel vor dem Scheitern. Die Kanzlerin fordert indes Disziplin von Union und FDP.
Die Opposition im Bundestag baut auf ein vorzeitiges Ende der schwarz-gelben Bundesregierung. Die Fraktionschefs von SPD und Grünen, Frank-Walter Steinmeier und Renate Künast, brachten Neuwahlen ins Gespräch. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versuchte unterdessen, ihr auseinanderstrebendes Regierungsbündnis zu disziplinieren.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) haben sich derzeit nicht allzu viel zu sagen. (© dpa)
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"Das Wort Neuwahl ist im Kopf und im Herzen von jedem, der jetzt politisch verantwortlich denkt", sagte Künast am Sonntag der Süddeutschen Zeitung. Aus grüner Sicht sei die Wahl des Bundespräsidenten zwar keine Abstimmung über die Bundesregierung. Im Falle einer Niederlage des Kandidaten von Union und FDP, Christian Wulff, werde sich die Koalition die Frage nach ihrem Fortbestand aber selber stellen. Eine weitere Probe werde der Haushalt sein. "In der Auseinandersetzung um einen gerechten Haushalt kann der gesellschaftliche Druck so groß werden, dass er im Bundestag eine Mehrheit für eine Neuwahl erzwingt", sagte sie. Ähnlich äußerte sich Steinmeier in der Bild-Zeitung: "Diese Regierung ist gescheitert, und wenn die das einsehen, wäre eine vorgezogene Bundestagswahl der sauberste Weg."
Kanzlerin Merkel versuchte derweil, den zum Teil heftigen Beschimpfungen innerhalb der Koalition aus CDU, CSU und FDP Einhalt zu gebieten. "Ich gehe davon aus, dass die Beteiligten erkannt haben, dass das kein akzeptabler Stil ist", sagte sie der Bild am Sonntag. In der Bundesregierung herrscht offener Zwist über Fragen wie die Finanzierung der Krankenversicherungen, die Wehrpflicht oder den Atomausstieg. Merkel bekräftigte, die im 80-Milliarden-Sparpaket geplante Brennelementesteuer solle unabhängig davon gelten, "wann ein Kraftwerk abgeschaltet wird". Ihre eigene Fraktion und die FDP wollen einer Brennelementesteuer indes nur im Zusammenhang mit einer Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke zustimmen.
Nicht ausgestanden ist auch der Streit über die von der FDP abgelehnte Erhöhung des Spitzensteuersatzes. "Es ist das gute Recht der Abgeordneten, Maßnahmen der Regierung durch andere zu ersetzen", sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dem Spiegel im Hinblick auf Überlegungen in der Union, noch einmal mit der FDP über eine Anhebung zu verhandeln. Merkel forderte hingegen, die Koalition müsse zu ihrem bisherigen Beschluss stehen.
Die Kanzlerin bezeichnete sich außerdem als "Anhängerin der Wehrpflicht" und grenzte sich damit von ihrem Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ab, der für die Aussetzung des Pflichtdienstes plädiert. Der Minister ließ Gerüchte dementieren, er denke wegen eines ohne sein Wissen vom Kanzleramt in Auftrag gegebenen Gutachtens zum Kundus-Untersuchungsausschuss an Rücktritt.
Der Vorsitzende der CSU-Zukunftskommission, der Europaabgeordnete Manfred Weber, nahm Guttenberg und Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), der mit seinem Konzept am Widerstand der CSU gescheitert war, ausdrücklich in Schutz. "Ich finde beachtlich, dass es zwei junge Minister im Kabinett sind, die sehr konkrete Vorschläge machen und Zukunftsdebatten führen wollen. Es ist traurig, dass gerade sie am meisten kritisiert und alle Ideen zerredet werden", sagte Weber der SZ. Die Konstruktiven dürften nicht die Dummen sein. Er erwarte "auch von den Nein-Sagern Vorschläge". Die Koalition habe "zu viel Zeit in einem historischen Zeitfenster der Gestaltungsmehrheit im Bundestag und Bundesrat durch Selbstbespiegelung verplempert".
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Ich glaube, dass ich der deutschen Sprache in einem Maße mächtig bin, dass mir der Unterschied zwischen Sachaussage und Meinung vertraut ist. In Kenntnis dessen sollten Sie meine Äußerung als das verstehen, was sie ist. Auch wenn es Ihnen inhaltlich nicht paßt.
Zitat Merkel:"Ich gehe davon aus, dass die Beteiligten erkannt haben, dass das kein akzeptabler Stil ist".-------------------------------------------------------------------------------------------
Natürlich hat sie mit dieser Äußerung recht. Aber eigentlich sollte sie inzwischen erkannt haben, dass den Streithähnen das glatt am A.... vorbei geht. Und ein Machtwort sieht einfach anders aus.
sich mit Fachpersonal wie Wirtschaftswissenschaftlern zu verstärken, um neue Wege aus der Schuldenkrise zu gehen, neue Freunde in der Außenpolitik zu gewinnen und innenpolitische Vorschläge zur Stabilität des Landes durchzusetzen.
Wer nicht jeden Tag eine neue Politmeldung lanciert und stattdessen seine Arbeit macht, wer den Afghanistaneinsatz glaubwürdig beendet und die Schulden zurückführt, gewinnt die nächste Wahl.
Wahrscheinlicher und spannender ist doch eine Abspaltung der "Unzufriedenen" in der CDU wie Merz, Koch, Köhler u.a. in Form einer neuen Partei.
Bundeskanzlerin Merkel hat z.B. die Opel-Rettung zur Chefsache erklärt und bis heute zwanzig Monate lang, das sind über 600 Tage und Nächte, ausgesessen. Der Vor-Vorgänger des heutigen Wirtschaftsministers, Michael Glos, durfte in 2008 keine Entscheidung fällen. Genau so läuft das System "A.M.". Sie wird auch die nächsten drei Jahre, nach Ihrem eigenen Motto: "Es gibt ...für mich... keine Alternative", stoisch aussitzen und Herr Westerwelle wird mit am Tisch sitzen.
Die Mehrheit der Wähler hat diese Koalition gewollt, oder: Jedes Volk hat die Regierung, die es gewählt hat...
In meiner Wahrnehmung hat die sog. "Regierung" ja nichts geleistet ausser dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz : und das kann ja nicht einmal die schwarz-gelb-Waehler zufrieden stellen.
Obwohl jetzt die grossen Hotelketten Milliarden vom "Leistungstraeger" bekommen, fahren immer noch Leute zB nach Suedafrika, wie ich gerade gestern wieder im Fernsehen sehen durfte : und ich dachte, die fahren nun alle nach Recklinghausen oder so, weil es so schoen (und) billig ist.
Aus meiner Sicht kann keine Alternative schlechter sein als die aktuell gegebene, aber bitte.
Nur eines : vielleicht sollten Sie auch sprachlich besser trennen zwischen Sachaussage und Ihrer persoenlichen Meinung - natuerlich sind "RRG oder RG" waehlbar (das heisst, eigentlich ja doch nicht, wir koennen leider keine Koalitionen waehlen, aber so streng nehmen wir's ja jetzt nicht), auch wenn Sie selber es nicht wollen.
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