1980 war das Jahr der Reagan Democrats. 2008 scheint das Jahr der Obama Republicans zu werden. Der konservative Wählerblock bröckelt, nach der Wahl kommt der republikanische Richtungsstreit.
Noch ist John McCain nicht geschlagen, doch seine Partei liegt schon in Trümmern. Unmittelbar vor den Präsidentschaftswahlen sind die Republikaner zerstritten und ausgebrannt. Die Schuldzuweisungen zwischen den Beratern von John McCain und Sarah Palin, die beißende Kritik prominenter Konservativer am republikanischen Wahlkampfstil, die drohenden Niederlagen in traditionell "roten" Bundesstaaten: All das sind Symptome einer politischen Erosion. Das breite Wählerbündnis, das das rechte Lager in den vergangenen Jahrzehnten so häufig zum Sieg getragen hat, bricht auseinander.
Ronald Reagan konnte den Demokraten in den achtziger Jahren viele Wähler abjagen. (© Foto: dpa)
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Die republikanische Bewegung entstand in ihrer heutigen Form vor beinahe 30 Jahren mit der Kandidatur von Ronald Reagan gegen Jimmy Carter. Reagan gelang es, Wählergruppen zusammenzuführen, die bis dahin kaum Gemeinsamkeiten kannten: die libertären Eliten, die für einen schlanken Staat und unantastbare Freiheitsrechte eintraten, und die wertkonservativen Massen, die die traditionelle Moral und das christliche Familienbild gegen die sexuelle Revolution verteidigen wollten. Die Furcht vor dem Niedergang ihres Heimatlands schmiedete die Allianz, die Reagan Coalition, zusammen.
Unbehagen über den Demokraten Carter machte sich 1980 bis weit in der politische Mitte der USA breit. Während Carters Amtszeit schien der soziale Wandel außer Kontrolle zu geraten und das Land auf einen wirtschaftlichen Zusammenbruch zuzusteuern. Krisenstimmung erfasste die Amerikaner. Öl wurde knapp, das Wachstum stagnierte, die Inflation fraß Ersparnisse auf. Die berühmten Fotografien dieser Epoche dokumentieren das Ausufern der Kriminalität in den Großstädten, die Staus vor den Tankstellen und die Demütigung der westlichen Führungsnation während der Geiselkrise in Teheran. Im Ausland schwand das Ansehen Amerikas, der Status der Supermacht schien auf dem Spiel zu stehen.
Und heute? Die Parallelen zu 1980 sind kaum zu übersehen: Wieder ist das Land am Boden, moralisch wie wirtschaftlich. Das nationale Selbstwertgefühl hat einen Tiefpunkt erreicht. Die Zuversicht der Amerikaner ist gebrochen. Der Zusammenbruch der Wall Street, die beginnende Rezession, die Kriege im Irak und in Afghanistan, die Folterskandale von Guantánamo und Abu Ghraib und die gewaltige Schuldenlast des Staates und seiner Bürger sind das politische Erbe des Republikaners George W. Bush. Der Grand Old Party droht eine Wählerflucht, nicht nur beim Rennen um das Weiße Haus, sondern auch bei den Kongresswahlen.
So wie 1980 das Geburtsjahr der Reagan Democrats war, könnte 2008 das Geburtsjahr der Obama Republicans werden. Wortführer des konservativen Lager haben die Seiten schon gewechselt: Bushs früherer Außenminister Colin Powell und Bushs früherer Pressesprecher Scott McClellan etwa. Oder Susan Eisenhower, Enkelin des legendären Präsidenten Dwight D. Eisenhower, die beim Parteikonvent der Demokraten auftrat, und Christopher Buckley, Sohn des konservativen Vordenkers William Buckley, der John McCain in der Financial Times schon den Text für seine Konzessionsansprache vorschlug.
Selbst aktive republikanische Politiker wie Gordon Smith, Senator aus Oregon, und Chuck Hagel, Senator aus Nebraska, sympathisieren mit Obama. Und konservative Intellektuelle rechnen seit Wochen schonungslos mit der Partei ab, die sie so lange unterstützten. Vor allem über McCains Entscheidung, die unerfahrene Sarah Palin zu seiner Stellvertreterin machen zu wollen, empören sie sich. Der Kolumnist David Brooks nennt Palin "das Krebsgeschwür der Partei" und für die Reagan-Vertraute Peggy Noonan ist sie Ausdruck der "Vulgarisierung in der amerikanischen Politik".
Lesen Sie auf Seite zwei, warum die Bush-Republikaner selbst bei religiösen Amerikanern immer weniger mit moralischen Parolen punkten können.
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UN-Tourismusorganisation
Es soll ja Leute geben, die die Demokratie deshalb dulden, weil sie viele aufwendige Unterdrückungsmethoden erspart und den Leuten das Gefühl gibt, gefragt zu werden.
"Solange sie wählen können, denken sie nicht an Schlimmeres.
Wenn es knapp wird, dann entledigt man sich doch gern von diesem demokratischen Ballast, der nur Zeit und Geld verschlingt.
Das Wahltheater wird immer aufwendiger und da können sich schon mal Berechnungen aufdrängen.
Die Erfolge der amerikanischen Truppen waren schneller zerbröselt als sie errungen waren. Diktatoren, die man gut bezahlt hatte, fangen plötzlich an, eigene Wege zu gehen. Die Terroristen muss man auch langsam in den hintersten Winkeln der Welt suchen. Nur ein paar kleine Bomben, mehr geht da nicht mehr.
Es ist langsam wirklich anstrengend geworden, freiheitlich und demokratisch zu spielen und langweilig ist es auch.
jetzt kommt dann auch noch so ein farbiger Demokrat und wird dann womöglich auch noch gewählt."
Wer weis, wie in den geheimen Chefetagen gedacht wird.
Im Grunde genommen ist es sehr erstaunlich, dass in den Think Tanks einfach die dramatische Zuname der Allgemeinen Dekadenz verschiedener Kreise nicht bemerkt wurde. Dies wird noch unverständlicher, wenn man den weltweiten Nachrichten - und Meinungsaustausch mit ins Kalkül zieht. Und die religösen scheinen mitgemacht zu haben, wahrscheinlich in dem vereinenden Wahn nach materiellen Gütern.
Man könnte sich heute - viele zumindest - nicht das Gesicht eines Cheney, Bush, Rice vorstellen, das zur Wahl ansteht.
Die meisten Amerikaner haben diese Lügengesichter satt. Und außerhalb der Vereinigten Staaten sind es prozentual noch viel mehr.
Amerika, ein Kontinent, der derart verändert ist nach 8 Jahren Bush (Clinton hatte im ein ziemlich sauberes Haus hinterlassen, in dem schlimmstenfalls wegen und mit einer L. gesündigt worden war).
Das Weisse Hous ist heute ein dunkles. Eines der unzähligen Lügen.
Sollte nun im Januar 2009 dort ein dunkelhäutiger Präsident einziehen, wird er die Wäschen gründlich waschen müssen. Bei Bush stank es nach Korruption. Er mag seiner Frau treu ergeben gewesen sein. Jedoch - die wird sich bestiummt lieber einen Mann gewunschen haben, der zwar ab und zu nach einer Jüngernen sucht, jedoch im Kern dem Land treu dient.
Amerika kehrt vielleicht zu den Werten zurück, die es attraktiv machten: universell - moralisch, idealistisch - unkompliziert, ideenreich und praktisch - ästhetisch und gelöst . . .
Das sind die Werte der Kennedys. Obama soll mit diesen liebäugeln.
Und wenn er gewinnt, dann liegt das nicht an verlogenen Wahlmaschinen und Korruptionen ohne Ende. Dann liegt das nicht an einem obersten Richter und an falschen Augen.
Wenn Obama gewinnt, dann beginnt die Schlacht um Amerika. Die ist bei einem Sieg von McCaine nicht mehr nötig: denn dann ist tatsächlich Amerika nicht mehr zu retten. ANTARIS schrieb das Schicksal Amerikas und der Welt voraus (fm-tv.net). Dort steht die Umbesinnung der Amerikaner - eines großen Teiles - nach einer großen Rede und nach einer Beeinflussung seitens höherer Mächte. Die Kennedys sehen heute zu. Sie wissen, wie das bislang tödliche Spiel auf der Erde verläuft. Wir wissen es mehr oder weniger bald alle . . . heute abend Wahlparty im Amerikahaus am Karolingenplatz in München: Beginn 21.30 Uhr - über tausend geladene Gäste . . . R.Löwe, der Bill Clinton-Freund eröffnet . . .
richard kendel-koeppl 8 1 5 4 5 Mü.
Der sehr gute Artikel nennt viele Elemente der Orientierungslosigkeit bei den Republikanern. Eines kommt noch dazu: Die Heuchelei aus biblischer Sicht. Republikanische Senatoren beschimpfen Homosexuelle und werden als solche enttarnt. Der eigene Wertepurismus scheitert zuallerst bei den Reps selber. Gute Nacht, heute wird die erste Zeche gezahlt...