Zentralafrikanische Republik UN ermitteln in Zentralafrika

Blauheim-Soldaten der Vereinten Nationen sollen in der Zentralafrikanischen Republik Kinder Missbraucht haben.

(Foto: Pacome Pabandji/AFP)

Wieder sollen Blauhelme Kinder sexuell missbraucht haben.

Nach neuerlichen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs gegen Blauhelmsoldaten in der Zentralafrikanischen Republik haben die Vereinten Nationen am Dienstag weitere Ermittlungen angekündigt. Wie UN-Sprecher Stéphane Dujarric mitteilte, stammen die mutmaßlichen Täter aus drei Ländern. Ermittler des UN-Kinderhilfswerks Unicef hätten sie in Zentralafrikas Hauptstadt Bangui vernommen. Bei den mutmaßlichen Opfern soll es sich um vier minderjährige Mädchen handeln. Der Sprecher nannte weder die Zahl der Beschuldigten noch ihre Herkunftsstaaten.

Auch der Chef der UN-Mission in Zentralafrika, Parfait Onanga-Anyanga, kündigte am Mittwoch eine rückhaltlose Aufklärung an. Die Länder, deren Soldaten von den Vorwürfen betroffen sind, seien informiert worden, hieß es in einer Mitteilung. Die Täter müssten bestraft, Hinweisgeber geschützt werden, betonte Onanga-Anyanga.

Unabhängige Ermittler werfen den Vereinten Nationen "grobes Versagen" vor

Seit Frühjahr 2015 sind in der Zentralafrikanischen Republik mehr als zwanzig Fälle sexuellen Missbrauchs durch Soldaten fremder Länder bekannt geworden. Bei den mutmaßlichen Opfern handelte es sich oft um minderjährige Bewohner von Flüchtlingslagern, die von den UN beschützt werden sollen. Den Ermittlungen zufolge sollen die Soldaten die Kinder gegen Essen oder Geld zu Sex gezwungen haben. Unabhängige Ermittler hatten den UN Mitte Dezember "grobes Versagen" bei der Aufklärung der Missbrauchsdelikte vorgeworfen. Den Vorwürfen sei erst nachgegangen worden, nachdem Medien darüber berichtet hatten. Zusätzlich zu den jetzt bekannt gewordenen Fällen stehen 14 UN-Soldaten aus Frankreich, außerdem Blauhelme aus Äquatorialguinea und Tschad unter Verdacht. Frankreich ließ Anfang Dezember vier französische Soldaten zu den Vorwürfen verhören.

Seit dem Frühjahr 2013 herrscht in der Zentralafrikanischen Republik Bürgerkrieg. Der Putsch eines muslimischen Rebellenbündnisses zog das Land in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen. Nach der militärischen Intervention Frankreichs Ende 2013 folgte im September 2014 der UN-Blauhelmeinsatz. Die UN-Truppe für Zentralafrika (Minusca) umfasst derzeit mehr als 10 000 Soldaten.